• Schweiz verschandeln? Pour un paysage durable

Landschaften und Naturräume

Unsere Landschaften und Erholungsräume sind in grosser Gefahr: Sie sollen durch hunderte industrielle Windkraftanlagen verbaut werden. Besonders betroffen sind die Kreten und Hochplateaus des Jurabogens von Basel bis ins Waadtland, der Kanton Bern, der Alpenraum, die Hügelgebiete des Mittellands und die Ostschweiz. In den intaktesten Regionen der Schweiz sollen grossflächige Industriezone entstehen. Wenn wir zusammenhalten, kann es uns gelingen, unseren Lebens- und Erholungsraum für künftige Generationen zu erhalten. Freie Landschaft Schweiz setzt sich für eine nachhaltige und wirklich umweltschonende Entwicklung ein.

Wer wir sind

Der Verband Freie Landschaft Schweiz (FLCH) und seine Mitglieder kämpfen für den Schutz vor der Industrialisierung unserer Schweizer Landschaften durch Windkraftanlagen. FLCH setzt sich ein für einen umfassenden Schutz von Landschaft, Flora und Fauna sowie unserer Gesundheit. FLCH fordert eine sachliche, fundierte Diskussion in Gesellschaft und Politik über die Zukunft unserer Energieversorgung, die Problematik der Zersiedelung und der Raumplanung sowie über die Gewährleistung der demokratischen Mitsprache.

Mehr Schaden als Nutzen

Stromproduzenten und mächtige, subventionierte Windkraftlobbyisten wie Suisse Eole rühren die Werbetrommel für die Windenergie. Tatsache ist, dass das Potenzial der Windenergie in keinem Verhältnis zu den Schäden steht, die sie der Landschaft, der Gesundheit der Anwohner und der Fauna zufügt. Im Gegensatz zu anderen flexiblen und leistungsfähigen Energiequellen wie etwa die Wasserkraft kann die Windenergie keine sichere und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten. Windenergie stösst überall in der Bevölkerung auf Widerstand.

Die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Überarbeitung des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz (NHG) liegen nun. Das Fazit ist eindeutig: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (55 %) lehnen die Schwächung des Natur- und Heimatschutzes ab.

(c) Pixabay

Zur Erinnerung: Die Kommission des Ständerates für Umwelt, Raumplanung und Energie hat einen Entwurf zur Überarbeitung des NHG zur Vernehmlassung vorgelegt, der darauf abzielt, den Natur- und Landschaftsschutz erheblich zu schwächen. Die Ergebnisse sind klar: Mehr als die Hälfte der Stellungnahmen sind gegen die vorgeschlagenen Änderungen.

Überraschend ist die Lage der Kantone: Nur die Hälfte von ihnen befürwortet die Revision, weil ihnen durch die Gesetzesänderung mehr Spielraum für den Bau von Infrastrukturen in Schutzgebieten eingeräumt werden soll. Dieses Ergebnis zeigt das Engagement der Kantone für den Schutz ihrer Landschaften, gerade im aktuellen Kontext der fortschreitenden Zersiedelung.

Freie Landschaft Schweiz hat sich aktiv an der Konsultation beteiligt und nimmt die Ergebnisse mit Genugtuung zur Kenntnis. Die Weitsicht der meisten Kantone ist lobenswert. Der Verband ist der Ansicht, dass die Änderung keine Chance haben wird und fordert die sofortige Einstellung des Projekts.

Resultate der Vernehmlassung: Link

 

Der Regierungsrat des Kantons Appenzell-Ausserrhoden lehnt den Richtplan Windenergie des Kantons Appenzell-Innerrhoden mit dem geplanten Windpark Honegg ab. Freie Landschaft Schweiz ist erfreut, dass die Ausserrhoder Regierung das hohe Gewicht des Landschaftsschutzes anerkennt und den Nachbarkanton auffordert, auf grosse industrielle Windkraftanlagen zu verzichten.

Christof Sonderegger, (c) Appenzell.ch

Die Stellungnahme des Regierungsrates des Kantons Appenzell-Ausserrhoden AR hält fest, dass die Gebiete im Appenzellerland mit den  besten Windverhältnissen meist die grössten Konflikte mit dem Landschaftsschutz auslösen. Denn je exponierter die Lage, umso besser einsehbar sind die bis zu 200m hohen Windturbinen, welche an den windreichsten Standorten in der Ostschweiz nur rund 20% Effizienz aufweisen. Der Schaden an der Landschaft muss daher mit dem Nutzen der erneuerbaren Stromproduktion im Rahmen einer Interessenabwägung ins Verhältnis gesetzt werden.

Die Ausserrhoder Regierung kommt zum Schluss, dass die geplanten Windkraftanlagen in der Gemeinde Oberegg AI (Windpark Honegg – Oberfeld) unverhältnismässig stark mit dem Landschaftsschutz in Konflikt geraten würden. Damit hat der Kanton AR die transparente Interessenabwägung auf Richtplanstufe vorgenommen, wie es das Bundesgericht 2016 beim Windpark Schwyberg gefordert hat (1C_346/2014).

Gemäss eidgenössischem Raumplanungsgesetz müssen Windparks eine umfassende Interessenabwägung bestehen, um in einen Richtplan eingetragen zu werden. Erst dann können die Zonenänderung (Sonderzonen Wind) und die Baubewilligung beantragt werden. So herrscht Rechtssicherheit, da die Interessenabwägung nicht nach jahrelangem Rechtsstreit von einem Gericht vorgenommen wird, sondern von Anfang an transparent durch die zuständige Planungsbehörde.

Schliesslich stellt die Regierung des Kantons AR zu Recht fest, dass alternative Potentiale zur Nutzung erneuerbarer Energien vorhanden sind, welche wesentlich weniger Umweltschäden verursachen als die Windenergie. Insbesondere seien die Potential der Solarenergie und die Biomasse noch nicht ausgeschöpft.

Freie Landschaft Schweiz erwartet nun vom Kanton Appenzell-Innerrhoden die Ablehnung des Richtplans Windenergie und des Projektes Windpark Honegg. Der Nachbarkanton hat die Interessenabwägung bereits vorbildlich durchgeführt.

Medienmitteilung AR: Link

Die Genossenschaft Elektra Birseck EBM hat heute den Windpark Liesberg BL sistiert. Grund dafür seien zu geringe Windgeschwindigkeiten von 4.5 m/s und ungenügende Subventionen. Die EBM investiert daher nun in inländische Wasser- und Solarkraft.

Bild: (c) Marc Hatot

Die heutige Medienmitteilung der EBM macht deutlich, dass die Schweiz kein Windland ist. Die Windgeschwindigkeiten an exponierten Lagen im Jurabogen von teilweise nur 4.5 m/s reichen bei weitem nicht aus, um wirtschaftlich die Windenergie mit grossen industriellen Windkraftanlagen zu nutzen.

Die EBM ging von einer durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeit von 5 m/s aus, nun zeigen aber die zweijährigen Messungen – trotz Stürmen in diesem Winter – dass die Erwartungen um rund 10% unterschritten worden seien.

Die EBM beklagt sich, dass trotz der Annahme des neuen Energiegesetzes und der deutlichen Erhöhung des Netzzuschlags für die KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) keine effektive Förderung für die inländische Nutzung der Windkraft erzielt werden konnte. Einerseits seien die meisten Gelder bereits zugewiesen und werden für Projekte auf der Warteliste verwendet, andererseits sei nicht klar, welche Nachfolgelösung nach dem Auslaufen des aktuellen KEV-Systems 2022 zu erwarten ist.

Die EBM habe dennoch im Bereich der erneuerbaren Energien bereits Erfolge erzielt: In der weitaus umweltfreundlicheren Wasser- und Solarenergie. Die EBM plant nun, die weiteren Aktivitäten in den erneuerbaren Energien in der aventron AG zu konzentrieren. Diese Beteiligungsgesellschaft an Kraftwerken erneuerbarer Energie investiert vor allem in Solar- und Wasserkraftwerke, aber auch in Windkraftwerke in Deutschland, Norwegen, Italien, Frankreich und Spanien.

Der Entscheid der EBM dürfte auch andere Investoren anregen, ihre bisherigen Bemühungen in Windkraft in der Schweiz zu überdenken. So verfügt zum Beispiel auch der Windpark Vechigen in der Nähe der Bundeshauptstadt Bern nur über schwache Windverhältnisse von durchschnittlich 4.5m/s.

Schliesslich legt das Beispiel der EBM auch offen, dass der im Konzept Windenergie des Bundes vorgesehene Wert von 4.5m/s Mindestgeschwindigkeit für eine rentable Betreibung einer grossen Windkraftanlage zu gering ist – selbst mit den massiven Subventionen durch die KEV.

Medienmitteilung EBM: Link

Die ganze Schweiz kennt den Creux-du-Van und den Chasseron, zwei Symbole der Landschaft unseres Landes. Wussten Sie, dass drei Windparks, etwa 40 Maschinen, diese heute noch gut erhaltenen Standorte verschandeln könnten?

Paysage Libre Vaud hat eine Petition zur Rettung von Chasseron und Creux du Van in Zusammenarbeit mit wichtigen Organisationen wie Helvetia Nostra, Pro Natura, die Stiftung Landschaftschutz und BirdLife lanciert. Freie Landschaft Schweiz ist ebenfalls Partner.

Die zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van gelegene Region bildet ein bemerkenswertes Landschaftsensemble, welches zu einem grossen Teil geschützt ist. Heute ist dieses Gebiet naturnah und frei von grossen Infrastrukturen. Dank der wenigen menschlichen Eingriffe hat es eine reiche Flora und Fauna in dieser einzigartigen Region. Die Landschaft ist durch eine bewaldete Weidelandschaft geprägt, die auch für Freizeitaktivitäten (Wandern, Langlaufen, etc.) besonders attraktiv ist. Dieser kostbare Natur- und Erholungsraum wird derzeit durch den Bau von etwa 40 sehr grossen Windkraftanlagen (etwa 200 Meter hoch) bedroht, die in drei Parks (Grandsonnaz, Grandevent und Provence) unterteilt sind. Neben den erheblichen landschaftlichen Auswirkungen sollen bei diesen Projekten viele Kilometer neue Strassen auf bewaldeten Weiden gebaut werden.

Webseite der Petition (Französisch): Link
Petition auf Deutsch: Link

Der Bund und die Windlobby hatten ihn mitten in der Kampagne zur Energiestrategie 2050 glanzvoll eingeweiht: Der Windpark am Griessee nahe dem Nufenenpass im Wallis. Allerdings ist der Windpark ein schwarzes Loch: Eine seriöse Studie des Physikers Dr. sc. J.-Bernard Jeanneret beweist, dass dieses Projekt unter dem Strich sehr viel Geld kosten wird. Die Kilowattstunde soll zu 48 Rappen verkauft werden, um die Produktionskosten zu decken, das Zehnfache (!) des aktuellen Marktwertes.

Für den Physiker, der am CERN arbeitete, war das Debakel vorhersehbar. Für Jeanneret ist es unerklärlich, warum das Departement von Doris Leuthard, insbesondere das Bundesamt für Energie BFE, über fünf Jahre lang so begeistert von diesem Projekt gewesen sein konnte.

Der Projektant Swisswinds hatte seine Baubewilligung 2014 mit einer ausgewiesenen Produktivität von 13 bis 14 GWh/Jahr eingereicht. Das Ergebnis: Kürzlich veröffentlichte Zahlen zeigen, dass im Jahr 2017 weniger als 8 GWh (!) erzeugt wurden. Mit einer Auslastung von 9.5% ist dieser Windpark praktisch der schlechteste in der Schweiz.

Die Schlussfolgerungen sind vielfältig und reichen von der Schwäche der Windressourcen in der Schweiz bis hin zur irreführenden politischen Vermarktung der Windlobby. Aber vor allem müssen wir aufhören, den Promotoren zu glauben, die fragwürdige Zahlen vorlegen, um ihre Projekte zu verwirklichen; Zahlen, die der Realität am Ende widersprechen, wenn das Projekt erst einmal gebaut ist. Dann ist es aber zu spät.

Zur Studie (Französisch): Link.

 

Der Spiegel macht in seiner aktuellen Ausgabe das „Kettensägen-Massaker“ der deutschen Windkraftprofiteure publik. Bundesweit bekannt seien den Umweltverbänden über 60 Fälle, wo unbekannte Täter Bäume mit Brut- und Nistplätzen gefällt oder die Vogelnester direkt zerstört haben. Die Nester liegen alle in Potentialgebieten für Windkraftanlagen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Gemäß der aktuellen Ausgabe der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ nehme die systematische Zerstörung von Vogelnestern im Perimeter von geplanten Windkraftanlagen in Deutschland zu. Die Vogelschutzexperten des deutschen Naturschutzbundes NABU sehen den Grund dafür in der wichtigen rechtlichen Bedeutung des Vogelschutzes. Hat es im Potentialgebiet für Windkraftanlagen Brut- und Nistplätze geschützter Arten, blockieren diese den Bau von geplanten Windkraftanlagen. Durch die Zerstörung der Nester werde nun dafür gesorgt, dass diese Hürden beseitigt werden.

Bisher ist bundesweit bereits eine hohe Zahl von rund 60 Fällen bekannt, die Täter konnten nie gefasst werden. Besonders betroffen seien Nist- und Brutplätze von Rotmilanen. Deren Nester würden durch Fällen der Bäume, auf denen sich die Nester befinden, systematisch zerstört. Der NABU berichtet, dass in einigen Bundesländern „mafiöse“ Zustände herrschen. „Wenn man nichts gesehen oder gehört ha­ben will, deckt man einander oder liefert abenteuerliche Erklärungen und Lügen.“Lire la suite …

Die Weltbank und die technische Universität Dänemarks haben einen neuen Weltatlas zur Windenergie veröffentlicht. Der « Global Wind Atlas » erlaubt es, auf der ganzen Welt geeignete Standorte für Windturbinen zu finden. Die Schweiz erscheint auf dem Atlas klar als einer der am schlechtesten geeigneten Orte für die Nutzung der Windenergie.

In der Schweiz sind an verschiedenen Orten im Jura, in den Voralpen und im Mittelland Windturbinen vorgesehen. Die Promotoren sprechen oft von « idealen  Produktionsverhältnissen ». Der soeben veröffentlichte « Global Wind Atlas » der Weltbank und der technischen Universität Dänemarks schafft nun Klarheit: Die Schweiz verfügt europaweit über sehr schlechte Windverhältnisse zur Produktion durch Windturbinen. Ausser auf den Spitzen der Alpen, welche technisch und aus touristischen Gründen kaum erschliessbar sind, hat keine Schweizer Region ein interessantes Potential im Vergleich zum Rest von Europa.

Der « Global Wind Atlas » erlaubt es, die Windkarte des Konzepts Windenergie Schweiz des Bundes kritisch zu beurteilen (wind-data.ch). Der Atlas des Bundes weist zahlreichen Regionen ein Potential für den Bau von Windkraftanlagen zu, wo die Weltbank kein Potential ausweist. Die Windverhältnisse im Mittelland seien gemäss dem internationalen Atlas völlig uninteressant, ebenso mehrere geplante Standorte im Jura. Die Windkarte des Bundesamtes für Energie BFE, hergestellt durch Suisse Eole, der Schweizer Lobby der Profiteure der Windenergie, erscheint nun eher politisch motiviert als wissenschaftlich fundiert. Verschiedene kürzlich vorgenommene Windmessungen im Waadtländer Flachland zeigen klar auf, dass die Annahmen der Schweizer Lobby Suisse Eole zu den Schweizer Windverhältnissen viel zu hoch sind.

Die neuen Erkenntnisse der Weltbank und der technischen Universität Dänemarks beweisen einmal mehr, dass die Energiestrategie 2050 auf fragwürdigen Grundlagen zur Stromversorgung basiert. Nur massive Subventionen für die Windenergie können schwache Winde in tragfähige Geschäftsvorhaben verwandeln. Die 8 bis 10 Milliarden Franken Investitionen und die jährliche Subventionierung von fast einer Milliarde Franken (KEV), die zur Erreichung der Ziele der Windenergie der Energiestrategie notwendig sind, sind daher eine Geldverschwendung höchsten Grades.

Faktenblatt mit Kartenausschnitten: hier.

Der Bundesrat hat die mit Spannung erwarteten Verordnungen beschlossen, welche das neue Energiegesetz konkretisieren (Volksabstimmung 21. Mai 2017). Von nun an wird ein « Windpark » mit nur 4 Maschinen « nationales Interesse » erhalten. Diese Auslegung des Energiegesetzes verletzt in schwerwiegender Art und Weise den Volkswillen und ist eine juristische Bastelübung sondergleichen.

Die heute vom Bundesrat beschlossene Energieverordnung spricht einem Windpark mit einer Jahresproduktion von gerade nur 20 GWh nationales Interesse zu. Das bedeutet, dass schon 4 Windturbinen gemeinsam die höchste Stufe eines Interesses erhalten. Diese Jahresproduktion entspricht jeweils knapp 1.2 Promille des jährlichen Schweizer Elektrizitätsverbrauchs. Für diese lächerlich geringe Stromproduktion werden die 162 Gebiete gefährdet, welche im Bundesinventar der national geschützten Landschaften enthalten sind. Ausser dem Kriterium für eine festgelegte durchschnittliche Jahresproduktion gibt es in der Verordnung keine weiteren, wie z.B. eine markt-orientierte Produktion, wie es das Bundesgericht vor einem Jahr beim Windpark Schwyberg verlangte.Lire la suite …

Roger Blum, Leiter der Ombudsstelle der SRG.D, folgt in vier Punkten der Beanstandung von Freie Landschaft Schweiz gegen die SRF MySchool-Sendung vom 4. Juni 2017 über das „autarke Dorf Feldheim“ in Deutschland. Die Redaktionsleitung habe die neuen erneuerbaren Energien beschönigt und die Folgen eines Stromausfalls unpräzis dargestellt. Damit ist gemäss dem Ombudsmann das Publikum irregeführt worden.

(Copyright Media Relations SRF)

Freie Landschaft Schweiz bemängelte sechs Punkte am Film „Ein Dorf wagt den Alleingang – der Weg zur Energieautonomie“. Die Wirkung des Films auf das junge Zielpublikum sei beeinflussend und irreführend gewesen.

In vier von sechs Punkten gab der Ombudsmann den Beanstandern Recht: die neuen erneuerbaren Energien – vor allem die Windkraft und die Energieproduktion durch Biogas – wurden einseitig als positiv dargestellt, was zu einer Irreführung des Publikums führte. Die Nennung der negativen Aspekte dieser Energieproduktionsformen wurde unterlassen.

Zweitens sind die Begriffe „Energie“ und „Strom“ gleichgesetzt worden, was ein Fehler der Redaktion sei. Drittens wurden die Folgen eines Stromausfalls bei einer „autarken Gemeinde“ unpräzis dargestellt. Schliesslich wurde verschwiegen, dass die Preise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen dank den Subventionen tief sind und damit die Stromkonsumenten verdeckt die entstehenden Mehrkosten bezahlen.

Insofern beanstandete Freie Landschaft Schweiz die unvorsichtige, propaganda-artige Formulierung „Wind, Mais und Schweinegülle statt Atom, Kohle und Heizöl“.

Freie Landschaft Schweiz ist besorgt über die Beeinflussung verschiedener Berichterstattungen – welche in diesem Fall sogar im schulischen Umfeld zu Bildungszwecken verwendet werden – zugunsten einer einseitigen Darstellung der neuen erneuerbaren Energien. Nach der Veröffentlichung der Verträge zwischen dem Bundesamt für Energie und der Windlobby SuisseEole ist es jedoch keine Überraschung, wenn tatsächlich mittels Medienbeiträgen versucht wird, ein positives Bild von Windkraftanlagen zu vermitteln. So erhielt die Windlobby explizit den Auftrag, die Begriffe „schön“, „billig“, „akzeptierbar“ und „rentabel“ in initiierten Medienberichterstattungen zu verwenden.

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau streicht konkrete Windpark-Standorte bis auf weiteres aus dem Richtplan. Dies aufgrund hunderter kritischer Eingaben aus Gebieten, die bisher von weitläufigen Windpark-Gebieten betroffen waren. Mit der Zurückhaltung in der Ostschweiz steigt der Druck auf die Westschweiz und den Jurabogen, denn der Bund möchte den Bau von 1000 Windturbinen im Inland vorantreiben.

Gemäss Nachfrage beim Kanton Thurgau ist die Streichung aller Windpark-Standorte unter anderem auf hunderte Vernehmlassung-Eingaben zurückzuführen, welche in der vergangenen Mitwirkungsfrist eingegangen sind. Viele Duzend Eingaben betreffen den Windpark Braunau-Wuppenau, wo rund zehn Anlagen mit einer Gesamthöhe von über 200m vorgesehen waren.

Der Kanton Thurgau hat gemäss Windkarte der Schweizer Windlobby relativ weniger schlechte Windverhältnisse als andere Gebiete im Flachland. Deshalb ist aus Sicht des Bundes – im Rahmen des Konzepts Windenergie Schweiz – die Ostschweiz für Windkraft zu bevorzugen. Dies passt in die Strategie der Lobby der Promotoren der Windkraft, um die „Welle“ der Windkraftanlagen aus Deutschland via Schaffhausen und Thurgau in die Schweiz zu lassen.

Der drastische Schritt der Thurgauer Regierungsrates ist ein herber Rückschlag für die Promotoren in der Ostschweiz. Da der Bund dennoch auf den Bau von 1000 Windturbinen setzt, um das Produktionsziel von 4.3 TWh zu erreichen, geraten nun der Jurabogen und die Westschweiz noch mehr unter Druck. Betroffen sind vor allem die Kantone BE, FR, VD, NE, JU, VS und SO, in welchen auf Richtplan-Stufe zahlreiche Gebiete vorgesehen sind und für 1000 Windturbinen Platz böten.

Die Entscheidung des Kantons Thurgau ist ein erster Schlag gegen das Konzept Windenergie Schweiz des Bundes, welches gerade zwei Monate alt ist und im Kanton Thurgau bis 50 Turbinenstandorte vorsieht. Der Verband Freie Landschaft Schweiz ist mehr denn ja überzeugt, dass sich die Energiestrategie 2050 ohne den Zubau von gigantischen Windturbinen realisieren lässt.

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