• Schweiz verschandeln? Pour un paysage durable

Vollerfolg für die Petition „Sauvez Chasseron – Creux-du-Van“. Die Aufnahme der Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) wird beantragt.

Mit mehr als 13.600 Unterschriften übertrifft die Petition zur Rettung der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van alle Erwartungen. Die Petition stellt die Glaubwürdigkeit der geplanten Windparkprojekte in Frage und löst eine Reihe von politischen Initiativen aus, darunter die Forderung, die Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufzunehmen.

(c) Lukas Bieri Pixabay

Paysage Libre Vaud mit Pro Natura Vaud, Helvetia Nostra, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), BirdLife und Freie Landschaft Schweiz haben im Frühjahr dieses Jahres eine Petition lanciert, welche die Erhaltung und Aufwertung des der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van zum Ziel hat. Dieser einmalige Landschaftserbe ist durch den Bau von rund vierzig riesigen Windkraftanlagen bedroht.

In weniger als vier Monaten wurden mehr als 13’600 Unterschriften gesammelt. Die Unterschriften kommen aus den Kantonen Waadt und Neuenburg, aber auch aus dem gesamten Jurabereich und der Deutschschweiz. Die Petitionäre lehnen die Industrialisierung der außergewöhnlichen Landschaften vehement ab.

Angesichts der massiven Unterstützung der Petition fordern die Partnerorganisationen die vollständige Aufgabe der drei betroffenen Windprojekte und den Erhalt eines der letzten Naturräume im Jurabogen.

Selbst mit Subventionen ist die Windkraft in der Schweiz kaum rentabel

Die Genossenschaft Elektra Birseck EBM hat heute den Windpark Liesberg BL sistiert. Grund dafür seien zu geringe Windgeschwindigkeiten von 4.5 m/s und ungenügende Subventionen. Die EBM investiert daher nun in inländische Wasser- und Solarkraft.

Bild: (c) Marc Hatot

Die heutige Medienmitteilung der EBM macht deutlich, dass die Schweiz kein Windland ist. Die Windgeschwindigkeiten an exponierten Lagen im Jurabogen von teilweise nur 4.5 m/s reichen bei weitem nicht aus, um wirtschaftlich die Windenergie mit grossen industriellen Windkraftanlagen zu nutzen.

Die EBM ging von einer durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeit von 5 m/s aus, nun zeigen aber die zweijährigen Messungen – trotz Stürmen in diesem Winter – dass die Erwartungen um rund 10% unterschritten worden seien.

Die EBM beklagt sich, dass trotz der Annahme des neuen Energiegesetzes und der deutlichen Erhöhung des Netzzuschlags für die KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) keine effektive Förderung für die inländische Nutzung der Windkraft erzielt werden konnte. Einerseits seien die meisten Gelder bereits zugewiesen und werden für Projekte auf der Warteliste verwendet, andererseits sei nicht klar, welche Nachfolgelösung nach dem Auslaufen des aktuellen KEV-Systems 2022 zu erwarten ist.

Die EBM habe dennoch im Bereich der erneuerbaren Energien bereits Erfolge erzielt: In der weitaus umweltfreundlicheren Wasser- und Solarenergie. Die EBM plant nun, die weiteren Aktivitäten in den erneuerbaren Energien in der aventron AG zu konzentrieren. Diese Beteiligungsgesellschaft an Kraftwerken erneuerbarer Energie investiert vor allem in Solar- und Wasserkraftwerke, aber auch in Windkraftwerke in Deutschland, Norwegen, Italien, Frankreich und Spanien.

Der Entscheid der EBM dürfte auch andere Investoren anregen, ihre bisherigen Bemühungen in Windkraft in der Schweiz zu überdenken. So verfügt zum Beispiel auch der Windpark Vechigen in der Nähe der Bundeshauptstadt Bern nur über schwache Windverhältnisse von durchschnittlich 4.5m/s.

Schliesslich legt das Beispiel der EBM auch offen, dass der im Konzept Windenergie des Bundes vorgesehene Wert von 4.5m/s Mindestgeschwindigkeit für eine rentable Betreibung einer grossen Windkraftanlage zu gering ist – selbst mit den massiven Subventionen durch die KEV.

Medienmitteilung EBM: Link

Rettet den Creux-du-Van et den Chasseron

Die ganze Schweiz kennt den Creux-du-Van und den Chasseron, zwei Symbole der Landschaft unseres Landes. Wussten Sie, dass drei Windparks, etwa 40 Maschinen, diese heute noch gut erhaltenen Standorte verschandeln könnten?

Paysage Libre Vaud hat eine Petition zur Rettung von Chasseron und Creux du Van in Zusammenarbeit mit wichtigen Organisationen wie Helvetia Nostra, Pro Natura, die Stiftung Landschaftschutz und BirdLife lanciert. Freie Landschaft Schweiz ist ebenfalls Partner.

Die zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van gelegene Region bildet ein bemerkenswertes Landschaftsensemble, welches zu einem grossen Teil geschützt ist. Heute ist dieses Gebiet naturnah und frei von grossen Infrastrukturen. Dank der wenigen menschlichen Eingriffe hat es eine reiche Flora und Fauna in dieser einzigartigen Region. Die Landschaft ist durch eine bewaldete Weidelandschaft geprägt, die auch für Freizeitaktivitäten (Wandern, Langlaufen, etc.) besonders attraktiv ist. Dieser kostbare Natur- und Erholungsraum wird derzeit durch den Bau von etwa 40 sehr grossen Windkraftanlagen (etwa 200 Meter hoch) bedroht, die in drei Parks (Grandsonnaz, Grandevent und Provence) unterteilt sind. Neben den erheblichen landschaftlichen Auswirkungen sollen bei diesen Projekten viele Kilometer neue Strassen auf bewaldeten Weiden gebaut werden.

Webseite der Petition (Französisch): Link
Petition auf Deutsch: Link

Bund zahlt Millionen an Wind-Lobby

Der Verband Freie Landschaft Schweiz konnte auf Grund des Öffentlichkeitsgesetzes BGÖ auf die Verträge zugreifen, die das Bundesamt für Energie BFE mit der Windlobby Suisse Eole im Zeitraum 2003 bis 2015 abgeschlossen hat. Diese Information wurde heute von der Sonntagszeitung herausgegeben. Suisse Eole ist die schweizerische Vereinigung zur Förderung der Windenergie und vertritt die Interessen der Unternehmen, welche Windprojekte entwickeln und diesbezüglich finanzielle und kommerzielle Interessen haben.

Diese Verträge sind dem Verband Freie Landschaft Schweiz zum Teil durch das BFE zensuriert geliefert worden. Zensuriert wurden unter anderem alle Hinweise, die zeigen, dass Suisse Eole auch für politischen Lobbyismus beauftragt wurde. Ein Vergleich mit den Jahresberichten von Suisse Eole ermöglicht aber, einige Teile zu rekonstruieren. Im Zeitraum von 2001 bis 2015 sind durch das BFE CHF 7‘300‘000.- Steuergelder an Suisse Eole bezahlt worden.

Im November 2014 hat die Eidg. Finanzkontrolle einen Bericht zum Beschaffungswesen des BFE veröffentlicht. Die Praxis des BFE wird klar kritisiert. Die vier Ziele des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen seien verletzt.Lire la suite …

Eine Studie des Bundes beweist: Die Windkraftwerke sind ein grosses Umweltproblem

Eine Studie des Bundesamtes für Energie BFE – bekannt für seine unkritische Haltung gegenüber Windkraftwerken – beweist es: Windturbinen sind für die Tierwelt ein schweres Problem. Die Vogelwarte Sempach untersuchte unter den drei Windturbinen von Peuchapatte (JU) den Vogelschlag und stellte einen Total-Median von 62 getöteten Opfern pro Jahr fest. Vor allem sind Kleinvögel betroffen, die in der Nacht ziehen. Die Untersuchenden präzisieren, dass man beim Median nicht vergessen dürfe, dass mit 50%iger Wahrscheinlichkeit die Zahl der tödlichen Kollisionen höher liege.Lire la suite …

Interaktive Karte der Windpark-­Planungen in der Schweiz

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL hat eine interaktive Karte entwickelt, welche aufzeigt, wo überall in der Schweiz und im unmittelbar angrenzenden Ausland Windpärke geplant oder projektiert werden. Die öffentliche Diskussion über Windenergie drehte sich in der Schweiz bisher in erster Linie um den Bau einzelner Windturbinen oder Windpärke. Die Karte soll eine Diskussion über die Gesamtauswirkungen der geplanten Windpärke ermöglichen.

Copyright © 2018 Freie Landschaft Schweiz | Nutzungsbedingungen