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SRF-Ombudsmann stützt Beschwerde der Landschaftsschützer

Der SRF-Ombudsmann Roger Blum unterstützt eine Beschwerde von Freie Landschaft Schweiz und des Vereins Les Travers du Vent, welche sich gegen zwei im Januar 2019 ausgestrahlte SRF-Sendungen betreffend des Windprojekts Montagne de Buttes im Kanton Neuenburg richtete. Die journalistische Arbeit gebe die Realität nicht ausreichend wieder. Da das Schweizer Radio es vermied, den Gegnern eine Stimme zu geben, habe es ein verzerrtes Bild von diesem gigantischen 19-Turbinen-Windprojekt gemalt: Es sei zu Unrecht eine „eitel Minne“ dargestellt worden, dass die Bevölkerung und die Umweltorganisationen einstimmig dafür seien.

Copyright SRF Oscar Alessio

Die beiden Organisationen haben eine lange Reihe von Mängeln bei den beiden Radio-Sendungen eingereicht. Erstens brachten sie eine irreführende Analyse der Situation vor, welche die Situation so darstelle, als gäbe es keine Opposition gegen das porträtierte Projekt. In Realität gab es über 1300 Einsprachen gegen den Windpark, unter anderem von zwei nationalen Umweltverbänden. Die Bevölkerung des Val-de-Travers, wo die 19 Turbinen geplant sind, ist tief gespalten.

Die Beschwerdeführenden kritisierten, dass die beiden SRF-Sendungen nur einem Anwohner eine Stimme gaben, der für das Projekt ist. Bei mehr als einem Viertel der geplanten Windturbinen ist es nämlich so, dass er und seine Familie mehrere 10‘000 Franken pro Jahr an Subventionen erhalten würden. Schließlich bemängelten Freie Landschaft Schweiz und Les Travers du Vent die irreführenden Behauptungen der Projektträger über die guten Windverhältnisse, welche von der Redaktion nicht überprüft wurden.

Der Bericht des Ombudsmann ist eindeutig: Indem die Sendungen den Eindruck erwecken, dass das Windpark-Projekt einstimmig unterstützt werde (man habe gemäss dem Bericht die Kritiker einbinden können und die Umweltverbände ziehen an einem Strick), sei das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt worden. Die beiden Sendungen hätten nicht die Realität wiedergegeben.

Freie Landschaft Schweiz ist es gewohnt, dass über die Windenergie in den Medien verzerrt berichtet wird. Der Verband setzte sich bereits im Sommer 2017 bei der SRF-Schlichtungsstelle durch. Die Argumente der Wind-Lobby werden regelmässig nicht als parteiische Positionen, sondern als sachliche Informationen dargestellt. Die Motive des Landschaftsschutzes werden im Gegenteil automatisch als querulatorisch abgetan.

Freie Landschaft Schweiz und der Verein Les Travers du Vent bedauern den Mangel an kritischer Distanz zur Windenergie und zur Windlobby, welche für ihre eigenen finanziellen Interessen und die ihrer Mitgliedsunternehmen handelt. Damit sich die Öffentlichkeit eine eigene Meinung bilden kann, sollen die Medien beiden Seiten die gleiche Plattform bieten.

Zu den Sendungen:

Trend, 19.01.2019, «Wind-Energie – viel Potential liegt noch brach»
Echo der Zeit, 27.01.2019, «Windkraft und Naturschutz – geht das zusammen?»

SRG-Ombudsmann gibt Freie Landschaft Schweiz Recht: SRF-MySchool-Film war irreführend

Roger Blum, Leiter der Ombudsstelle der SRG.D, folgt in vier Punkten der Beanstandung von Freie Landschaft Schweiz gegen die SRF MySchool-Sendung vom 4. Juni 2017 über das „autarke Dorf Feldheim“ in Deutschland. Die Redaktionsleitung habe die neuen erneuerbaren Energien beschönigt und die Folgen eines Stromausfalls unpräzis dargestellt. Damit ist gemäss dem Ombudsmann das Publikum irregeführt worden.

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Freie Landschaft Schweiz bemängelte sechs Punkte am Film „Ein Dorf wagt den Alleingang – der Weg zur Energieautonomie“. Die Wirkung des Films auf das junge Zielpublikum sei beeinflussend und irreführend gewesen.

In vier von sechs Punkten gab der Ombudsmann den Beanstandern Recht: die neuen erneuerbaren Energien – vor allem die Windkraft und die Energieproduktion durch Biogas – wurden einseitig als positiv dargestellt, was zu einer Irreführung des Publikums führte. Die Nennung der negativen Aspekte dieser Energieproduktionsformen wurde unterlassen.

Zweitens sind die Begriffe „Energie“ und „Strom“ gleichgesetzt worden, was ein Fehler der Redaktion sei. Drittens wurden die Folgen eines Stromausfalls bei einer „autarken Gemeinde“ unpräzis dargestellt. Schliesslich wurde verschwiegen, dass die Preise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen dank den Subventionen tief sind und damit die Stromkonsumenten verdeckt die entstehenden Mehrkosten bezahlen.

Insofern beanstandete Freie Landschaft Schweiz die unvorsichtige, propaganda-artige Formulierung „Wind, Mais und Schweinegülle statt Atom, Kohle und Heizöl“.

Freie Landschaft Schweiz ist besorgt über die Beeinflussung verschiedener Berichterstattungen – welche in diesem Fall sogar im schulischen Umfeld zu Bildungszwecken verwendet werden – zugunsten einer einseitigen Darstellung der neuen erneuerbaren Energien. Nach der Veröffentlichung der Verträge zwischen dem Bundesamt für Energie und der Windlobby SuisseEole ist es jedoch keine Überraschung, wenn tatsächlich mittels Medienbeiträgen versucht wird, ein positives Bild von Windkraftanlagen zu vermitteln. So erhielt die Windlobby explizit den Auftrag, die Begriffe „schön“, „billig“, „akzeptierbar“ und „rentabel“ in initiierten Medienberichterstattungen zu verwenden.

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