Mehrheit der Schweizer Gemeinden sagt Nein zur Windkraft

„Die Windenergie geniesst eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung“. Das ist zumindest das, was die Befürworter der Windenergie stets betonen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, wie die Zahlen belegen, die Freie Landschaft Schweiz soeben online publiziert hat. In den letzten 10 Jahren haben sich die Bürgerinnen und Bürger in 55% der kommunalen Abstimmungen gegen Windkraftanlagen ausgesprochen. Die veröffentlichten Daten zeigen die geringe Akzeptanz dieser Energieform in der Bevölkerung, ein Trend, der sich verstärkt. Freie Landschaft Schweiz fordert die Promotoren und die politischen Behörden auf, die Bevölkerung korrekt zu informieren.

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(c) Freie Landschaft Schweiz

Die Öffentlichkeit wird regelmässig mit falschen Informationen über die Meinung der Bevölkerung zu Windkraftprojekten konfrontiert. Diese Informationen stammen von Promotoren und der Windkraftlobby, häufig aber auch von den Behörden. Erst im Oktober letzten Jahres behauptete Bundesrätin Simonetta Sommaruga in ihrer Rede vor dem „Forum des 100“, dass von den 24 Windparkprojekten, die der lokalen Bevölkerung vorgelegt wurden, 19 angenommen worden seien. Auch die von den Medien breit rezipierte Windkraftlobby Suisse Eole behauptete 2020, dass „von den 22 Abstimmungen, die bisher stattgefunden haben, 19 positiv ausgegangen sind“.

Diese Behauptungen halten einer Analyse nicht stand. Freie Landschaft Schweiz hat alle 51 kommunalen und kantonalen Abstimmungen aufgelistet, die seit 2011 zum Thema Windenergie stattgefunden haben. Diese Abstimmungen betreffen sowohl konkrete Projekte (z.B. Ste-Croix), als auch Windkraftmoratorien (Kt. JU) oder die Richtplanung (Kt. NE & GL). Dabei ergab sich ein ganz anderes Bild als dasjenige, das uns Behörden und Windkraftpromotoren vermitteln wollen.

  • In 55% der Fälle lehnten die in den Gemeinden befragten Bürger/innen die Vorlagen zur Windenergie ab. Nur in 45% der Abstimmungen wurden Windkraftvorlagen angenommen.

Auch auf der Ebene der Windkraftprojekte, die häufig mehrere Gemeinden gleichzeitig betreffen, weicht die Realität von den offiziellen Aussagen ab. Es wurden 29 Projekte identifiziert, über die zwischen 2011 und 2021 konkret abgestimmt wurde.

  • 45% der Projekte (13 von 29) wurden von der Bevölkerung abgelehnt. Das ist weit weg von einer „breiten Akzeptanz“.

Die vom Departement Simonetta Sommaruga angewandte Methodik ist erstaunlich. Obwohl der Bund korrekt informieren sollte, weichen die Angaben der Behörden deutlich von der Wahrheit ab; Mit dem einzigen Ziel, der Windenergie das Image einer Energie zu verleihen, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung geniesse.

Die Zahlen zeigen zudem, dass sich der Trend zur Ablehnung in den letzten drei Jahren (2019-2021) verfestigt hat, wo die Bevölkerung in 12 von 15 Abstimmungen das ihr vorgelegte Windpark-Dossier abgelehnt hat, d.h. in 80% der Fälle.

Freie Landschaft Schweiz fordert die Behörden auf, der Realität ins Auge zu sehen und die Bevölkerung korrekt über die Windenergie zu informieren, die in der Bevölkerung nicht die nötige Akzeptanz geniesst, um ihren Platz in der Energiewende zu rechtfertigen. Die Alternativen sind vorhanden und geniessen eine breite Akzeptanz.

Zu den Zahlen: hier.