Totaler Absturz der Windenergie im Kanton Freiburg

Innerhalb von vier Tagen gab es zwei Abstimmungen über drei Windparks im Kanton Freiburg. Die durch die Projekte Vuisternens, Gibloux  und La Sonnaz betroffenen Gemeinden haben mit 99% und 89% deutlich Nein gesagt. Damit erleidet die Windenergie in der Schweiz einen herben Rückschlag. Weitere 5% der in der Energiestrategie 2050 projektierten Windanlagen haben damit innert weniger Tage eine Niederlage erlitten. Die Windenergie spielt bei der nationalen Energiepolitik nur noch eine untergeordnete Rolle. Das ist bei der Revision des EnG zu berücksichtigen.

Windparkprojekt Vuisternens in Bouloz (FR) (c) Freie Landschaft Schweiz

Noch könnten einige Projekte realisiert werden, weil nicht alle Turbinen auf denjenigen Gemeindegebieten geplant sind, deren Stimmberechtigte in dieser Woche deutlich Nein zu den Windpark-Projekten gesagt haben. Aber man kann davon ausgehen, dass die Stimmberechtigten der Nachbargemeinden ebenfalls kritisch eingestellt sind und die Projekte nicht zustande kommen.

Der Nein-Anteil von 89% vom Montagabend war ein klares Verdikt: 366 Stimmberechtigte der Gemeinde Vuisternenes-devant-Romont stimmten Nein zur Schaffung von Windenergie-Zonen, nur 44 waren dafür. In der anderen Gemeinde La Sonnaz lehnten gleich 99.2% der Bevölkerung das Projekt La Sonnaz ab (265 zu 2).
Die Bevölkerung lehnt Windturbinen dermassen deutlich ab, weil diese viel zu nah an den Wohnhäusern geplant wären. Die dichte Besiedlung im Kanton Freiburg lässt nur Standorte zu, die oft bis zu 300m nah an Siedlungen gebaut würden. Die Anlagen selber wären bis zu 230m hoch. Das würde zu grossem Lärm, Schattenwurf und einer beeindruckenden visuellen Wirkung führen. Tausende Anwohnerinnen und Anwohner müssten mit Wertverlusten ihrer Liegenschaften und mit einer Verminderung ihrer Lebensqualität rechnen. Dazu kämen Schäden an der einzigartigen Landschaft des Kantons Freiburg und an der Vogelwelt. Die Hälfte der Turbinen würde mitten im Wald gebaut. Die zu rodenden Flächen würden mehrere Fussballfelder umfassen.

Diese demokratische Ablehnung hat Bedeutung auf die nationale Energiepolitik. In der Schweiz sind knapp 40 Windpark-Projekte konkret geplant, ein Duzend in der Deutschschweiz, zwei Duzend in der Romandie. Mit der Ablehnung dieser Projekte würden rund 5% der gesamtschweizerisch geplanten Projekte wegfallen. Die umweltschädliche Windenergie spielt somit nochmals eine deutlich kleinere Rolle in der Energiestrategie 2050. Die jährliche Stromproduktion von 4.3 TWh, die der Bund 2016 vorgeschlagen hatte, liegt in weiter Ferne. Aktuell sind es etwas mehr als 0.1 TWh/a.

Freie Landschaft Schweiz wird sich beim parlamentarischen Prozess bei der Revision des EnG miteinbringen und einerseits zum Schutze der Natur und des Klimas fordern, dass in der Schweiz keine Windkraftanlagen in Wäldern gebaut werden dürfen. Andererseits muss im Energiegesetz präzisiert werden, dass nur Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energie nationales Interesse erlangen, welche Bandenergie produzieren, flexibel zuschaltbar oder lokal speicherbar sind. Damit würde der Fehlentscheid des Bundesgerichts im Fall Ste-Croix VD korrigiert. So würden vor allem Erneuerbare gefördert, die einen realistischen und sicheren Beitrag zur Stromversorgung der Schweiz leisten können. Dazu gehören die potentialreiche Wasser- und die Solarenergie.

Wieder 2 Windparks weniger in der Schweiz

Nach dem Windpark Murzelen nahe der Stadt Bern ist gestern nun auch der geplante Windenergie-Standort Muttenz nahe der Stadt Basel begraben worden. Damit gibt es in der Schweiz – vor allem in der Deutschschweiz – wieder zwei Windparks weniger. Die Windenergie spielt damit in der Energiestrategie 2050 eine immer kleinere Rolle.

(c) Freie Landschaft Schweiz

In der Ortschaft Murzelen, die zur Einwohnergemeinde von Wohlen bei Bern gehört, waren vier Windkraftanlagen von insgesamt 240m Höhe geplant. Der Gemeinderat hat vor wenigen Wochen entschieden, bei der Regionalplanungskonferenz keinen Antrag zu stellen, um den Windpark im Richtplan festzusetzen.

Zu gross scheint der Widerstand in der Bevölkerung gewesen zu sein, nachdem Freie Landschaft Schweiz auf www.windparks.ch eine realistische Visualisierung des Windparks veröffentlichte. Die vier geplanten Turbinen wären unmittelbar vor dem Dort Murzelen gestanden und hätten sowohl landschaftlich wie auch bezüglich des Schattenwurfs erhebliche Nachteile verursacht.

Wie Studien aus Deutschland zeigen, verlieren Liegenschaften mit einem solchen Abstand zu geplanten Windkraftanlagen rund 7% an Wert. Nahe der Stadt Bern wird es also in den kommenden Jahren keine Windkraftanlagen geben. Auch östlich der Hauptstadt wurde vor einigen Jahren der Windparkstandort Vechigen sistiert.

Nahe der Stadt Basel fiel gestern den berechtigten Befürchtungen der Bevölkerung ein weiterer Windenergie-Standort zum Opfer: Die Windkraftanlage Muttenz. Die Gemeindeversammlung lehnte das Bauvorhaben mit 55% ab. Zu unstetig sei der Wind, zu gross der Lärm, zu wenig wirtschaftlich das Projekt, argumentierte die Bevölkerung an der Versammlung. Zudem sei es problemlos möglich, die vom Projektierer prognostizierte Strommenge durch Solarenergie zu produzieren, welche keine Probleme mit Lärm, der direkt angrenzenden Autobahn oder dem Landschaftsschutz verursache. Im Gegenteil: In der Agglomeration Basel bestehen ausreichend Dachflächen. Die Mehrheit der Gemeindeversammlung sah das ebenso.

Der Windenergie geht in der Deutschschweiz langsam die Puste aus. Insgesamt gibt es diesseits des Röstigrabens nicht einmal mehr zwölf Standorte (!), wo aktiv ein Projekt in der Planung vorangetrieben wird. Über 16 Windparks sind in den letzten fünf Jahren in der Schweiz abgelehnt oder sistiert worden, zwölf davon in der Deutschschweiz. In der Romandie befinden sich aktuell noch rund 20 Standorte mit Projekten in der fortgeschrittenen Planungsphase, zwei weitere wurden in den letzten drei Jahren beendet.

Eine vollständige Übersicht der Windenergie in der Schweiz finden Sie unter www.windparks.ch.

Die Politik muss einsehen: Die Windenergie-Pläne des Bundes zerbrechen je länger je mehr am Widerstand der Bevölkerung. Die Solarenergie hat ein 50-fach grösseres Potential als die Windkraft, im Winter ein sieben Mal grösseres. Dort gibt es keinen Widerstand aus der Bevölkerung.

Artikel Basler Zeitung (Muttenz): Link.
Artikel Berner Zeitung (Murzelen): Link.

Windturbinen prägen die politische Landschaft im Kt. Freiburg

Bei den Freiburger Gemeinderatswahlen am 7. März 2021 spielen Windkraftwerke eine grosse Rolle. Die geheimen Vereinbarungen der Groupe E mit verschiedenen Gemeinden haben wesentlich zur Medienberichterstattung über die Ambitionen der Windlobby im zweisprachigen Kanton beigetragen. Jetzt zeigt ein exklusives Video die landschaftlichen Auswirkungen des geplanten Windparks La Sonnaz vor den Toren der Stadt Freiburg.

(c) Paysage Libre Suisse

(c) Freie Landschaft Schweiz

Ein von Freie Landschaft Schweiz veröffentlichtes Video zeigt, wie sich die Rotoren der Industriezone La Sonnaz hinter der Kantonshauptstadt Freiburg drehen würden. Die 8 gigantischen Windturbinen, die der Freiburger Promotor Groupe E Greenwatt plant, haben bereits einen Proteststurm in den betroffenen Gemeinden Courtepin, La Sonnaz und Belfaux ausgelöst. Dort wurde ein Verein gegründet, um gegen ein Projekt zu kämpfen, das nichts mit Ökologie zu tun hat: Es sollen für immer Tausende Tonnen Beton in den Boden gegossen werden, Wälder würden abgeholzt und es entstünden riesige Schäden an der Artenvielfalt. Die prognostizierte Strommenge ist gering und würde unregelmässig anfallen.

Die von einigen Politkernen aufgedeckten geheimen Vereinbarungen der Groupe E mit verschiedenen Gemeinden haben eine massive Reaktion in der Bevölkerung hervorgerufen. Man versteht nicht, warum die Freiburger Stadtwerke zu verdeckten Operationen greifen, um sich politische Unterstützung zu sichern. Mit der Veröffentlichung dieses Videos möchte Freie Landschaft Schweiz die Bevölkerung über die Windkraft-Pläne informieren. Mit diesem Projekt würde sich die Landschaft zwischen Fribourg, Payerne und Murten stark verändern.

Grossrätin Antoinette de Weck, Vorstandsmitglied von Freie Landschaft Schweiz, sagt:

„Mit dem Windpark-Projekt La Sonnaz würden wir unserem Kanton ein neues Gesicht geben: Nämlich mit industriellen Windkraftanlagen im Flachland, die Lärm verursachen und direkt auf dem Feld und im Wald neben unseren Häusern stehen. Damit hätten wirtschaftliche Interessen Vorrang gegenüber denjenigen der Bevölkerung.“

Das Video ist hier abrufbar: https://youtu.be/m6141otgu8s

Die dynamischen Videos von Freie Landschaft Schweiz

Bestehend aus virtuellen 3D-Überflügen und dynamischen Fotomontagen werden die Visualisierungen mit einer speziell entwickelten Software auf Basis der 3D-Geodaten von Swisstopo erstellt. Die Grundlagen aus den Richtplänen werden 1:1 übernommen. Die Standorte und die Bodenhöhe der einzelnen Maschinen sowie die Wahl des Windkraftanlagenmodells entsprechen den Angaben der Entwickler. Die Größe der Rotoren, der Schattenwurf, die Nachtbefeuerung und das Landschaftsbild entsprechen der erwarteten Realität und würden die Anwohnerinnen und Anwohner des geplanten Windparks in Zukunft stark beeinträchtigen.

Es sind bereits über 25 geplante Windparks in der Schweiz realistisch visualisiert.

Alle Videos sind unter www.windparks.ch verfügbar.

Sonvilier lehnt Windpark Quatre Bornes ab – ein Signal an die Schweiz

Die Einwohner von Sonvilier haben ein Zeichen für die ganze Schweiz gesetzt: Mit der Ablehnung des Windparkprojekts „Quatre Bornes“ zeigt die Gemeinde im Berner Jura, dass die Schweizer Bevölkerung diese gigantischen Industriezonen ablehnt, welche ihr Lebensumfeld zerstören und gleichzeitig riesige Subventionen verschlingen. Freie Landschaft Schweiz fordert die Bundesbehörden auf, die Energiestrategie 2050 zu überprüfen und einen Ausstiegsplan für die Windenergie auszuarbeiten.

Die zehn bis zu 207 Meter hohen Turbinen, die neben dem Chasseral geplant sind, werden nicht gebaut. Dies ist die heutige Entscheidung der Bevölkerung von Sonvilier, welche zeigt, dass sie nicht den emotionalen Argumenten der Projektierern erliegen wollte. Die Promotoren versprachen nichts weniger als Energieautonomie, die Rettung des Klimas und eine Verbesserung der Landschaft und der Biodiversität. Die Windkraft, die bereits in der ganzen Schweiz in Schwierigkeiten steckt, wird nun hart getroffen.

Der Entscheid von Sonvilier ist auch ein schwerer Schlag für den Promotor Groupe E Greenwatt, die mehrere Windkraftprojekte in der Schweiz plant, welche sich alle in einer kritischen Situation befinden. Seit Jahren werden riesige Geldsummen für Umweltverträglichkeitsprüfungen verschwendet, in denen versucht wird, den Behörden und der Bevölkerung weiszumachen, dass die Installation dieser gigantischen Türme ohne Belästigung und unter Einhaltung der Vorschriften erfolgen soll.

„Windkraftanlagen wurden bisher vor allem in der Deutschschweiz abgelehnt. Jetzt ist die Westschweiz an der Reihe, zu erkennen, dass es keinen triftigen Grund für den Bau dieser gigantischen Maschinen gibt“, sagt Elias Meier, Präsident von Freie Landschaft Schweiz. Zwischen den Subventionen für die Projektierer, den Schäden an der Landschaft und der Artenvielfalt sowie der Belästigung der Anwohner ist klar: Der Ausstieg aus der Atomenergie wird ohne die Windkraftanlagen auskommen müssen.

Freie Landschaft Schweiz fordert die Bundesbehörden auf, das Produktionsziel von 4 Terawattstunden pro Jahr, d. h. die gemäss Energiestrategie erforderlichen rund 1’000 Windturbinen zu überprüfen. Die Alternativen sind da: Photovoltaik und Biomasse, zusätzlich zum bereits bestehenden traditionellen Pfeiler der Schweizer Stromproduktion, der Wasserkraft. Die Photovoltaik kann schnell installiert werden, ist viel billiger, gibt keinen Anlass zu Opposition, kann vor Ort gespeichert werden und bietet darüber hinaus eine Einnahmequelle für lokale Unternehmen. „Windkraft ist eine alte Idee aus den 1990er Jahren; angesichts der zunehmenden Umweltbelastung durch diese immer grösseren Maschinen ist es vernünftig, eine umweltfreundlichere Stossrichtung zu wählen“, erklärt Generalsekretär Michel Fior.

Jüngste Studien bestätigen, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie ohne Windturbinen durchaus möglich ist. Freie Landschaft Schweiz fordert eine Energiewende, welche die Menschen, die Umwelt und die von der Bundesverfassung geforderte Wirtschaftlichkeit respektiert.

Zuger und Toggenburger Windkraftanlagen im Gegenwind

In der Beantwortung einer Interpellation betreffend Windenergie bekräftigte der Zuger Regierungsrat Anfang Dezember 2019 seine ablehnende Haltung zur Windenergie. Gleichzeitig empfiehlt die ENHK, den Windpark Krinau im Toggenburg (SG) nicht weiter zu verfolgen. Damit ist die Opposition gegen geplante Windparks in der Deutschschweiz noch grösser geworden.

Krinau (Toggenburg)

Krinau (Toggenburg), (c) Freie Landschaft Schweiz

Einleitend hält der Zuger Regierungsrat in seiner Antwort vom 10. Dezember 2019 fest, dass das Windkonzept des Bundes keine abschliessende Interessensabwägung durchführen dürfe, denn dies sei Sache der kantonalen Richtplanung. Wie im kantonalen Zuger Richtplan 2015 beschlossen, unterstützt der Kanton keine grossen Windkraftanlagen. BLN-Gebiete, Moorlandschaften und kommunale oder kantonale Naturschutzgebiete sind absolute Ausschlussgebiete. Waldflächen werden in erster Annäherung ebenfalls als Ausschlussgebiete betrachtet. Der Regierungsrat sieht im Kanton kaum geeignete Flächen für Windkraftanlagen. Bei der Windkraft bestehe unabhängig von der Revision des eidgenössischen Energiegesetzes kaum weiteres Potential.

Die bisherige Haltung des Kantons war sowohl in der Kommission für Raumplanung und Umwelt als auch im Kantonsrat unbestritten. Der Regierungsrat sieht daher keine weiteren Abklärungen vor. Aufgrund von schlechten Windmessergebnissen zeige zudem kein Energieproduzent Interesse an einer Nutzung der Windenergie im Kanton Zug.

Wenige Tage vor dem Schreiben des Zuger Regierungsrates hat die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission ENHK ihr Urteil über den geplanten Windpark Krinau SG gefällt. Im heute an die Öffentlichkeit gelangten Dokument ist wie folgt zu lesen: Die Turbinen „würden von den verschiedensten Kuppen und Graten des BLN-Gebietes [Hörnli-Bergland] aus sichtbar als dominante technische Infrastrukturanlagen wirken und als Hintergrund den bis anhin freien Blick über die Höhenzüge, Kuppen und Gipfel des BLN-Gebiets massiv stören.“

Als Fazit schreibt die ENHK: Die Kommission kommt „zum Schluss, dass das Vorhaben als schwere Beeinträchtigung hinsichtlich der Schutzziele des unmittelbar an den Projektbereich angrenzenden BLN-Objektes Nr. 1420 zu werten ist. Sie empfiehlt deshalb, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.“

Freie Landschaft Schweiz fordert den Kanton St. Gallen auf, das Projekt „Windpark Krinau“ sofort fallen zu lassen. Der Landschaftsschutz muss in unserem dicht besiedelten und zersiedelten Land erhalten bleiben. Der Kanton Zug geht beispielhaft voran und setzt die Forderung konsequent um, national geschützte Landschaften ungeschmälert zu erhalten. Das bedrohte BLN-Gebiet „Hörnli-Bergland“ wird ganz besonders von der von Dichtestress geplagten Bevölkerung des Kantons Zürich als Erholungsgebiet sehr geschätzt und ist für die ansässige Flora und Fauna höchst wertvoll.

Antwort des Regierungsrats: Link
Bericht ENHK: Link

Aus für den Windpark Lumnezia in der Surselva

Nach dem Aus für den Windpark LinthWind in Glarus Anfang 2019, dem Aus für den Windpark Rheinau bei Sargans SG und dem Aus für den Windpark Oberegg AI ist nun auch der gigantische Windpark Lumnezia in der Surselva vom Tisch. Beinahe 60% der Stimmberechtigten in der Bündner Gemeinde Lugnez legten bei der Grundsatzfrage über einen möglichen Windpark in der bekannten Surselva ein Nein in die Urne. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 60%.

(c) Gemeinde Lumnezia

Der Verein IG Sezner-UmSu-Grenerberg, welcher Freie Landschaft Schweiz angeschlossen ist, hat vor der Abstimmung eindringlich vor den negativen Folgen des Windparks auf die Umwelt, den Tourismus und die Lebensqualität in der Region Surselva gewarnt. Die Stimmbevölkerung liess sich von den Argumenten der Projektanten (viel Geld für die Gemeinde und gerade einmal sechs (!) neue Arbeitsplätze) nicht überzeugen.

Damit ist der Windpark definitiv vom Tisch. Freie Landschaft Schweiz gratuliert unserem angeschlossenen Verein und freut sich über den Erhalt einer weiteren, national bekannten Landschaft.

In der Ostschweiz sind in den vergangenen Monaten  zahlreiche geplante Windparks gestoppt worden. Während der Kanton Zürich und das Österreichische Bundesland Vorarlberg kein einziges Windpark-Projekt kennen, gibt es in den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen und Glarus nur je einen einzigen  geplanten Windpark. Auf deutschen Seite des Bodensees gilt ein Mindestabstand (2000m in Bayern, 1000m auf Bundesebene diskutiert) und es sind kaum Anlagen geplant. Im Bündnerland steht aktuell nur noch eine Installation von mehreren Windturbinen bei der bereits bestehenden Anlage Haldenstein zur Diskussion. Im Appenzellerland wurde das umstrittene Projekt Oberegg AI von beiden Halbkantonen abgelehnt, weitere Projekte sind mittelfristig nicht in Sicht.

Einzig der Kanton Thurgau plant noch grossflächig Windkraftanlagen in der Ostschweiz, nämlich sieben Windparks mit total gut drei Duzend Windkraftanlagen. Sollte aber auch der Kanton Thurgau auf den Ausbau von riesigen, industriellen Windkraftanlagen verzichten, so wären der Jurabogen, das Luzernisch-Aargauische Mittelland, der Kanton Bern und die Romandie die einzig verbleibenden Regionen, welche an eine grossflächige Industrialisierung der Schweizer Landschaft denken.

Freie Landschaft Schweiz ist aktuell daran, die in der Schweiz geplanten Windparks zu visualisieren. Die bereits erstellten Videos finden Sie auf www.windparks.ch. Weitere Videos folgen.

«Verlockend sind die grossen Summen, nicht für die kleinen Leute hier»: Michel Bühler überquert den Röstigraben

Michel Bühler, ein in der Romandie sehr bekannter Musiker, publiziert sein erstes deutschsprachiges Lied. Die grossen Leidenschaften des 74-Jährigen, welcher weltweit erfolgreich als Sänger und Autor unterwegs ist, sind die französische Sprache und die sagenhafte Landschaft des Juras.  Sein Kampf gilt den „Aktionären der Ökologie“, welche in seiner Heimat, dem französischsprachigen Jurabogen Hunderte industrielle Windkraftanlagen errichten wollen. Unter dem Titel „Windturbinen“ veröffentlicht er nun die deutsche Version seines Liedes „Eoliennes“.

Michel Bühler (c) Lauren Pasche

In der Romandie ist der Sänger Michel Bühler sehr populär. Der Singer-Songwriter von Ste. Croix im Waadtländischen Jura hat fast dreihundert Lieder und etwa zehn Geschichten, Romane und Theaterstücke geschrieben. Er ist darüber hinaus bekannt für sein Engagement zugunsten von Armen und Unterdrückten in der dritten Welt. 2013 gewann er den Jacques-Douai-Preis.

2016 veröffentlichte er den Song „Eoliennes“, welcher perfekt den Opportunismus widerspiegelt, mit dem die Windenergie-Lobby unter dem Deckmantel von „Ökologie und Fortschritt“ die Schweizer Natur und Landschaft opfern will. Das Ziel sind die Subventionen, nicht etwa der Schutz der Umwelt mit einer romantisierten Technologie.

Freie Landschaft Schweiz fragte Michel Bühler an, ob er eine deutsche Version seines Songs aufnehmen würde. Bühler sagte begeistert zu : „Trotz meines Nachnamens fühle ich mich in Gilles Vigneault’s Sprache doch viel wohler als in der Sprache Mani Matter’s. Das Singen auf Deutsch war eine echte Herausforderung! „, sagt er lachend nach getaner Arbeit im Aufnahmestudio.

„Windturbinen“ ist eine klare Veranschaulichung über die neoliberale Welt, in der alles der Wirtschaft als Profitquelle dient. Windkraft ist ein perfektes Beispiel für ein grünes Geschaft. Industrielle, laute Turbinen, welche das landschaftliche Erbe und die biologische Vielfalt zerstören, werden und als „Retter des Planeten“ verkauft. „Windturbinen“ schafft mit scharfer Reflexion Klarheit und wagt einen Blick in die Zukunft.

„Windturbinen“: Song und Text.

Übersetzung: Walter Bohnenblust und Hermine Weidmann

Den Planeten ohne Windturbinen retten

Gemäss einer gestern veröffentlichten wissenschaftlichen Studie kann die Schweiz die Ziele des Pariser Klima-Abkommens mit einfachen Massnahmen und nur mit Solarenergie erreichen. Die Energiewende ist somit ohne Beeinträchtigung der Landschaft und der Biodiversität möglich. Der Einsatz von Windkraftanlagen ist heute unnötig und sogar kontraproduktiv. Freie Landschaft Schweiz (FLCH) begrüsst diese Einsicht und fordert ein „Reset“ der Energiestrategie 2050.

(c) Pixabay

(c) Pixabay

Die Zahlen der Studie 2019 über den Energieverbrauch von PlusEnergieBau-Gebäuden zeigen, dass die Überschüsse der solaren Stromerzeugung in Kombination mit Pumpspeicherkraftwerken mehr als ausreichen, um den gesamten Gebäude- und Verkehrssektor in der Schweiz mit CO2-neutralem Strom zu versorgen. Solardächer würden den CO2-Ausstoß um 90% reduzieren!

Diese als einfach bezeichneten Maßnahmen zeigen, dass die Energiestrategie 2050 einen falschen Ansatz gewählt hat. Die Studie belegt damit, dass dank der Solarenergie

– nahezu alle CO2-Emissionen eliminiert werden können;
– der Ausstieg aus der Kernenergie gewährleistet ist;
– und damit die Landschaft und die Biodiversität vollständig erhalten bleiben.

Der Verband Freie Landschaft Schweiz (FLCH) sieht eine Reihe weiterer Vorteile für einen Paradigmenwechsel bei der Energiewende:

– Die Subventionen (Einspeisevergütungen) für Solaranlagen betragen fast nur noch die Hälfte der Subventionen für Windkraftanlagen.
– Mit dem Fokus auf Solarenergie sind Schweizer KMU und nicht deutsche Windkraftanlagenhersteller am Werk.

Diese Energiewende kann daher positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Klimaschutz und den Ausstieg aus der Atomenergie haben.

Die gestern veröffentlichte Studie steht im Einklang mit dem Marshallplan der Sozialdemokratischen Partei für die Energiewende: die Nutzung der Windenergie fehlt völlig, was deren Nutzlosigkeit zeigt. FLCH begrüsst diesen Richtungswechsel und lädt die neue Vorsteherin des Eidgenössischen Energiedepartements ein, den Plan in ihren Departementen umzusetzen.

Ein „Reset“ der Energiestrategie 2050 ebnet den Weg für eine umweltfreundliche Energiewende. Für den Einsatz von Windkraftanlagen gibt es keine Rechtfertigung mehr. Es scheint, als sei der Traum einer windigen Energieversorgung bereits geplatzt.

Zur Studie: Link

 

Windparks bedrohen UNESCO-Welterbestätten

Die weitere Anerkennung der UNESCO-Welterbestätten La Chaux-de-Fonds – Le Locle und Reichenau am Rhein ist durch geplante Windparkprojekte in unmittelbarer Nähe auf den Gipfeln rund um den Vue-des-Alpes und auf dem Thurgauer Seerücken unmittelbar gefährdet. Im Wallis erfüllt das Hospiz des Grossen St. Bernhard, das seit 2016 auf der vorläufigen Liste des Bundes für die Ausschreibung zuhanden der UNESCO steht, aufgrund eines geplanten Windparkprojekts in Passnähe nicht mehr die Schutzbedingungen.

Windparkprojekt Reutenen TG mit Klosterinsel Reichenau

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sowie Freie Landschaft Schweiz warnen dringlich davor, Windkraftanlagen in der Nähe von UNESCO-Welterbestätten zu errichten. Die Bedrohung der Schutzgebiete ist sehr aktuell, im Kanton Thurgau und im Kanton Neuenburg schreitet die Planung von mehreren Projekten rasch voran. Auf dem Grossen St. Bernhard hat der Walliser Regierungsrat das Aufnahmegesuch zuhanden der UNESCO verunmöglicht, indem er die Einsprachen der Umweltverbände gegen einen Windpark beim Combe de Barasson in Passnähe abgewiesen hat.

Die Behörden des Landes Baden-Württemberg, in welchem sich die Klosterinsel Reichenau befindet, sind dermaßen besorgt, dass sich der Wirtschaftsminister direkt an Bern gewandt hat. Ebenso haben die Behörden von La-Chaux-de-Fonds – Le Locle das Bundesamt für Kultur diesbezüglich über die zuständige UNESCO-Expertenkommission kontaktiert. Diese Anfragen kommen zu einem ganz besonderen Zeitpunkt, da die beiden neuenburgischen Städte ab Ende Juni für ein Jahr den 10. Jahrestag der UNESCO-Eintragung des berühmten „urbanisme horloger“ feiern werden.

UNESCO Welterbestätte „Urbanisme horloger“ La Chaux-de-Fonds – Le Locle

Für die Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle sind die Pläne sehr konkret. In der Nähe sind drei Windparks geplant: Crêt Meuron (Tête de Ran), Montperreux (La Vue-des-Alpes) und La Joux-du-Plâne (Quatre Bornes), für insgesamt 27 Turbinen gemäss kantonaler Planung.

Das Baugesuch für den geplanten Windpark Crêt-Meuron und die öffentliche Auflage des Projekts Quatre Bornes könnten bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen. Das Projekt Montperreux scheint „verspätet“ zu sein, aber schreitet ebenso voran. Die Auswirkungen auf die Landschaft sind im Hinblick auf die UNESCO-Klassifizierung der beiden Städte erheblich und problematisch, da einige Anlagen weniger als 4 km von den zentralen Bereichen der Standorte entfernt stehen.

Rechts auf dem Bild: Windpark-Projekte auf dem Crêt-Meuron, Montperreux und La Joux-du-Plâne.
Links: in rot: Kernzone Welterbe La-Chaux-de-Fonds und Le Locle in blau: Pufferzone

Windpark Distanz zum Welterbe Abstand zur Pufferzone
Crêt-Meuron ~ 3.6 km ~ 1.6 km
Montperreux ~ 3.6 km ~ 1.5 km
La Joux-du-Plâne ~ 8 km ~ 5 km

 

 

Mont Saint-Michel – eine beispielhafte Reaktion

In Frankreich, wo 44 UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten eingetragen sind, darunter 39 Kulturgüter, hat das Umwelt-Ministerium Ausschlusszonen für Windenergie im Umkreis dieser Stätten eingerichtet. Diese Politik entstand nach der im Jahr 2011 aufgeworfenen Frage rund um das UNESCO-klassifizierte Gebiet des Mont-Saint-Michel, wo Windparkprojekte, die sich bis zu 25 km entfernt befinden, nach einem negativen Bericht einer UNESCO-Expertenmission eingestellt wurden.

Auch in Deutschland wurden trotz der erzwungenen Energiewende verschiedene Windparkprojekte aufgegeben, weil sie zu nahe an ikonischen Kultur- und Landschaftsbildern liegen. Gerade wegen dieser sensiblen Eigenschaften wurden diese Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die Schweiz kann es sich nicht leisten, dieser kritischen Problematik ungenügende Aufmerksamkeit zu schenken. Die Umweltorganisationen fordern, dass den Risiken, die Windparkprojekte für die Nachhaltigkeit von klassifizierten Standorten darstellen, ernsthaft Rechnung getragen wird.

2018: ein schlechtes Jahr für die Windenergie-Produktion in der Schweiz

Der von Schweizer Grosswindkraftanlagen im Jahre 2018 produzierte Strom betrug 121 Gigawattstunden (GWh), das sind 7.97 Prozent weniger als 2017 (132 GWh). Der Anteil am gesamten Schweizer Stromverbrauch (61’900 GWh) beträgt 0.196%). Die Produktionszahlen sind auf wind-data.ch, einem im Auftrag des BFE betriebenen Portal zur Windenergie, veröffentlicht. Wir haben alle Anlagen in Windparks mit einer installierten Gesamtleistung von über einem Megawatt berücksichtigt (36 Anlagen, keine Änderung zum Vorjahr).

Entlebuch

(c) Pixabay

Der Kapazitätsfaktor (Vollaststunden pro Jahr, Auslastung) widerspiegelt das vorhandene Windpotential und lag 2018 bei durchschnittlich 18.4 Prozent (Vorjahr 19.2%). Am unteren Ende der Skala präsentiert sich wie schon im Vorjahr der Windpark Gries auf dem Nufenenpass, der höchstgelegener Windpark Europas. Er hatte eine Auslastung von sensationell niedrigen 6.4 Prozent (Vorjahr 9.5%). Wie die Medien jüngst berichteten, ist der Windpark in „finanzieller Schieflage“ (siehe hier). Die Betreiber hatten 13-14 GWh pro Jahr geplant, die Produktion 2018 liegt mit 5.3 GWh bei weniger als 40% des Plans. Noch schlechter als Gries waren nur die Windkraftanlagen Feldmoos/Rengg im Entlebuch mit einer Auslastung von 5.5 Prozent (Vorjahr 7.6%).

Am besten schnitten mit grossem Abstand wie in den Vorjahren die Windkraftanlagen im unteren Wallis ab, wo sich durch die Verengung des Tales eine Turbowirkung ergibt, die überdurchschnittlich gute Windverhältnisse zur Folge hat: Martigny 28.7%, Collonges 27.8% und Charrat 25.5%. Diese Anlagen sind jedoch Ausnahmen, keine andere Anlage schaffte es sonst deutlich über 20% Auslastung. Ohne die drei Anlagen im Wallis ergibt sich eine durchschnittliche Auslastung von 15.1 Prozent.

Ein Kapazitätsfaktor um die 20 Prozent liegt weit unterhalb der Grenze, die für eine effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Windenergie erforderlich ist. Die Daten bestätigen wieder einmal, dass das Binnenland Schweiz nur Schwachwindverhältnisse aufweist, die sich nicht für Windstromproduktion eignen. Das Potential der Windenergie in der Schweiz ist insgesamt gering, realistische Schätzungen gehen von weniger als 2% der Stromproduktion aus. Windenergie kann damit keinen substantiellen Beitrag zur Stromversorgung leisten. Die Beeinträchtigungen von Landschaft, Mensch und Natur dagegen sind unverhältnismässig gross.