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Aus für den Windpark Lumnezia in der Surselva

Nach dem Aus für den Windpark LinthWind in Glarus Anfang 2019, dem Aus für den Windpark Rheinau bei Sargans SG und dem Aus für den Windpark Oberegg AI ist nun auch der gigantische Windpark Lumnezia in der Surselva vom Tisch. Beinahe 60% der Stimmberechtigten in der Bündner Gemeinde Lugnez legten bei der Grundsatzfrage über einen möglichen Windpark in der bekannten Surselva ein Nein in die Urne. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 60%.

(c) Gemeinde Lumnezia

Der Verein IG Sezner-UmSu-Grenerberg, welcher Freie Landschaft Schweiz angeschlossen ist, hat vor der Abstimmung eindringlich vor den negativen Folgen des Windparks auf die Umwelt, den Tourismus und die Lebensqualität in der Region Surselva gewarnt. Die Stimmbevölkerung liess sich von den Argumenten der Projektanten (viel Geld für die Gemeinde und gerade einmal sechs (!) neue Arbeitsplätze) nicht überzeugen.

Damit ist der Windpark definitiv vom Tisch. Freie Landschaft Schweiz gratuliert unserem angeschlossenen Verein und freut sich über den Erhalt einer weiteren, national bekannten Landschaft.

In der Ostschweiz sind in den vergangenen Monaten  zahlreiche geplante Windparks gestoppt worden. Während der Kanton Zürich und das Österreichische Bundesland Vorarlberg kein einziges Windpark-Projekt kennen, gibt es in den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen und Glarus nur je einen einzigen  geplanten Windpark. Auf deutschen Seite des Bodensees gilt ein Mindestabstand (2000m in Bayern, 1000m auf Bundesebene diskutiert) und es sind kaum Anlagen geplant. Im Bündnerland steht aktuell nur noch eine Installation von mehreren Windturbinen bei der bereits bestehenden Anlage Haldenstein zur Diskussion. Im Appenzellerland wurde das umstrittene Projekt Oberegg AI von beiden Halbkantonen abgelehnt, weitere Projekte sind mittelfristig nicht in Sicht.

Einzig der Kanton Thurgau plant noch grossflächig Windkraftanlagen in der Ostschweiz, nämlich sieben Windparks mit total gut drei Duzend Windkraftanlagen. Sollte aber auch der Kanton Thurgau auf den Ausbau von riesigen, industriellen Windkraftanlagen verzichten, so wären der Jurabogen, das Luzernisch-Aargauische Mittelland, der Kanton Bern und die Romandie die einzig verbleibenden Regionen, welche an eine grossflächige Industrialisierung der Schweizer Landschaft denken.

Freie Landschaft Schweiz ist aktuell daran, die in der Schweiz geplanten Windparks zu visualisieren. Die bereits erstellten Videos finden Sie auf www.windparks.ch. Weitere Videos folgen.

«Verlockend sind die grossen Summen, nicht für die kleinen Leute hier»: Michel Bühler überquert den Röstigraben

Michel Bühler, ein in der Romandie sehr bekannter Musiker, publiziert sein erstes deutschsprachiges Lied. Die grossen Leidenschaften des 74-Jährigen, welcher weltweit erfolgreich als Sänger und Autor unterwegs ist, sind die französische Sprache und die sagenhafte Landschaft des Juras.  Sein Kampf gilt den “Aktionären der Ökologie”, welche in seiner Heimat, dem französischsprachigen Jurabogen Hunderte industrielle Windkraftanlagen errichten wollen. Unter dem Titel “Windturbinen” veröffentlicht er nun die deutsche Version seines Liedes “Eoliennes”.

Michel Bühler (c) Lauren Pasche

In der Romandie ist der Sänger Michel Bühler sehr populär. Der Singer-Songwriter von Ste. Croix im Waadtländischen Jura hat fast dreihundert Lieder und etwa zehn Geschichten, Romane und Theaterstücke geschrieben. Er ist darüber hinaus bekannt für sein Engagement zugunsten von Armen und Unterdrückten in der dritten Welt. 2013 gewann er den Jacques-Douai-Preis.

2016 veröffentlichte er den Song “Eoliennes”, welcher perfekt den Opportunismus widerspiegelt, mit dem die Windenergie-Lobby unter dem Deckmantel von „Ökologie und Fortschritt“ die Schweizer Natur und Landschaft opfern will. Das Ziel sind die Subventionen, nicht etwa der Schutz der Umwelt mit einer romantisierten Technologie.

Freie Landschaft Schweiz fragte Michel Bühler an, ob er eine deutsche Version seines Songs aufnehmen würde. Bühler sagte begeistert zu : “Trotz meines Nachnamens fühle ich mich in Gilles Vigneault’s Sprache doch viel wohler als in der Sprache Mani Matter’s. Das Singen auf Deutsch war eine echte Herausforderung! “, sagt er lachend nach getaner Arbeit im Aufnahmestudio.

“Windturbinen” ist eine klare Veranschaulichung über die neoliberale Welt, in der alles der Wirtschaft als Profitquelle dient. Windkraft ist ein perfektes Beispiel für ein grünes Geschaft. Industrielle, laute Turbinen, welche das landschaftliche Erbe und die biologische Vielfalt zerstören, werden und als „Retter des Planeten“ verkauft. “Windturbinen” schafft mit scharfer Reflexion Klarheit und wagt einen Blick in die Zukunft.

“Windturbinen”: Song und Text.

Übersetzung: Walter Bohnenblust und Hermine Weidmann

Den Planeten ohne Windturbinen retten

Gemäss einer gestern veröffentlichten wissenschaftlichen Studie kann die Schweiz die Ziele des Pariser Klima-Abkommens mit einfachen Massnahmen und nur mit Solarenergie erreichen. Die Energiewende ist somit ohne Beeinträchtigung der Landschaft und der Biodiversität möglich. Der Einsatz von Windkraftanlagen ist heute unnötig und sogar kontraproduktiv. Freie Landschaft Schweiz (FLCH) begrüsst diese Einsicht und fordert ein “Reset” der Energiestrategie 2050.

(c) Pixabay

(c) Pixabay

Die Zahlen der Studie 2019 über den Energieverbrauch von PlusEnergieBau-Gebäuden zeigen, dass die Überschüsse der solaren Stromerzeugung in Kombination mit Pumpspeicherkraftwerken mehr als ausreichen, um den gesamten Gebäude- und Verkehrssektor in der Schweiz mit CO2-neutralem Strom zu versorgen. Solardächer würden den CO2-Ausstoß um 90% reduzieren!

Diese als einfach bezeichneten Maßnahmen zeigen, dass die Energiestrategie 2050 einen falschen Ansatz gewählt hat. Die Studie belegt damit, dass dank der Solarenergie

– nahezu alle CO2-Emissionen eliminiert werden können;
– der Ausstieg aus der Kernenergie gewährleistet ist;
– und damit die Landschaft und die Biodiversität vollständig erhalten bleiben.

Der Verband Freie Landschaft Schweiz (FLCH) sieht eine Reihe weiterer Vorteile für einen Paradigmenwechsel bei der Energiewende:

– Die Subventionen (Einspeisevergütungen) für Solaranlagen betragen fast nur noch die Hälfte der Subventionen für Windkraftanlagen.
– Mit dem Fokus auf Solarenergie sind Schweizer KMU und nicht deutsche Windkraftanlagenhersteller am Werk.

Diese Energiewende kann daher positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Klimaschutz und den Ausstieg aus der Atomenergie haben.

Die gestern veröffentlichte Studie steht im Einklang mit dem Marshallplan der Sozialdemokratischen Partei für die Energiewende: die Nutzung der Windenergie fehlt völlig, was deren Nutzlosigkeit zeigt. FLCH begrüsst diesen Richtungswechsel und lädt die neue Vorsteherin des Eidgenössischen Energiedepartements ein, den Plan in ihren Departementen umzusetzen.

Ein “Reset” der Energiestrategie 2050 ebnet den Weg für eine umweltfreundliche Energiewende. Für den Einsatz von Windkraftanlagen gibt es keine Rechtfertigung mehr. Es scheint, als sei der Traum einer windigen Energieversorgung bereits geplatzt.

Zur Studie: Link

 

Windparks bedrohen UNESCO-Welterbestätten

Die weitere Anerkennung der UNESCO-Welterbestätten La Chaux-de-Fonds – Le Locle und Reichenau am Rhein ist durch geplante Windparkprojekte in unmittelbarer Nähe auf den Gipfeln rund um den Vue-des-Alpes und auf dem Thurgauer Seerücken unmittelbar gefährdet. Im Wallis erfüllt das Hospiz des Grossen St. Bernhard, das seit 2016 auf der vorläufigen Liste des Bundes für die Ausschreibung zuhanden der UNESCO steht, aufgrund eines geplanten Windparkprojekts in Passnähe nicht mehr die Schutzbedingungen.

Windparkprojekt Reutenen TG mit Klosterinsel Reichenau

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sowie Freie Landschaft Schweiz warnen dringlich davor, Windkraftanlagen in der Nähe von UNESCO-Welterbestätten zu errichten. Die Bedrohung der Schutzgebiete ist sehr aktuell, im Kanton Thurgau und im Kanton Neuenburg schreitet die Planung von mehreren Projekten rasch voran. Auf dem Grossen St. Bernhard hat der Walliser Regierungsrat das Aufnahmegesuch zuhanden der UNESCO verunmöglicht, indem er die Einsprachen der Umweltverbände gegen einen Windpark beim Combe de Barasson in Passnähe abgewiesen hat.

Die Behörden des Landes Baden-Württemberg, in welchem sich die Klosterinsel Reichenau befindet, sind dermaßen besorgt, dass sich der Wirtschaftsminister direkt an Bern gewandt hat. Ebenso haben die Behörden von La-Chaux-de-Fonds – Le Locle das Bundesamt für Kultur diesbezüglich über die zuständige UNESCO-Expertenkommission kontaktiert. Diese Anfragen kommen zu einem ganz besonderen Zeitpunkt, da die beiden neuenburgischen Städte ab Ende Juni für ein Jahr den 10. Jahrestag der UNESCO-Eintragung des berühmten „urbanisme horloger“ feiern werden.

UNESCO Welterbestätte „Urbanisme horloger“ La Chaux-de-Fonds – Le Locle

Für die Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle sind die Pläne sehr konkret. In der Nähe sind drei Windparks geplant: Crêt Meuron (Tête de Ran), Montperreux (La Vue-des-Alpes) und La Joux-du-Plâne (Quatre Bornes), für insgesamt 27 Turbinen gemäss kantonaler Planung.

Das Baugesuch für den geplanten Windpark Crêt-Meuron und die öffentliche Auflage des Projekts Quatre Bornes könnten bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen. Das Projekt Montperreux scheint “verspätet” zu sein, aber schreitet ebenso voran. Die Auswirkungen auf die Landschaft sind im Hinblick auf die UNESCO-Klassifizierung der beiden Städte erheblich und problematisch, da einige Anlagen weniger als 4 km von den zentralen Bereichen der Standorte entfernt stehen.

Rechts auf dem Bild: Windpark-Projekte auf dem Crêt-Meuron, Montperreux und La Joux-du-Plâne.
Links: in rot: Kernzone Welterbe La-Chaux-de-Fonds und Le Locle in blau: Pufferzone

Windpark Distanz zum Welterbe Abstand zur Pufferzone
Crêt-Meuron ~ 3.6 km ~ 1.6 km
Montperreux ~ 3.6 km ~ 1.5 km
La Joux-du-Plâne ~ 8 km ~ 5 km

 

 

Mont Saint-Michel – eine beispielhafte Reaktion

In Frankreich, wo 44 UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten eingetragen sind, darunter 39 Kulturgüter, hat das Umwelt-Ministerium Ausschlusszonen für Windenergie im Umkreis dieser Stätten eingerichtet. Diese Politik entstand nach der im Jahr 2011 aufgeworfenen Frage rund um das UNESCO-klassifizierte Gebiet des Mont-Saint-Michel, wo Windparkprojekte, die sich bis zu 25 km entfernt befinden, nach einem negativen Bericht einer UNESCO-Expertenmission eingestellt wurden.

Auch in Deutschland wurden trotz der erzwungenen Energiewende verschiedene Windparkprojekte aufgegeben, weil sie zu nahe an ikonischen Kultur- und Landschaftsbildern liegen. Gerade wegen dieser sensiblen Eigenschaften wurden diese Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die Schweiz kann es sich nicht leisten, dieser kritischen Problematik ungenügende Aufmerksamkeit zu schenken. Die Umweltorganisationen fordern, dass den Risiken, die Windparkprojekte für die Nachhaltigkeit von klassifizierten Standorten darstellen, ernsthaft Rechnung getragen wird.

2018: ein schlechtes Jahr für die Windenergie-Produktion in der Schweiz

Der von Schweizer Grosswindkraftanlagen im Jahre 2018 produzierte Strom betrug 121 Gigawattstunden (GWh), das sind 7.97 Prozent weniger als 2017 (132 GWh). Der Anteil am gesamten Schweizer Stromverbrauch (61’900 GWh) beträgt 0.196%). Die Produktionszahlen sind auf wind-data.ch, einem im Auftrag des BFE betriebenen Portal zur Windenergie, veröffentlicht. Wir haben alle Anlagen in Windparks mit einer installierten Gesamtleistung von über einem Megawatt berücksichtigt (36 Anlagen, keine Änderung zum Vorjahr).

Entlebuch

(c) Pixabay

Der Kapazitätsfaktor (Vollaststunden pro Jahr, Auslastung) widerspiegelt das vorhandene Windpotential und lag 2018 bei durchschnittlich 18.4 Prozent (Vorjahr 19.2%). Am unteren Ende der Skala präsentiert sich wie schon im Vorjahr der Windpark Gries auf dem Nufenenpass, der höchstgelegener Windpark Europas. Er hatte eine Auslastung von sensationell niedrigen 6.4 Prozent (Vorjahr 9.5%). Wie die Medien jüngst berichteten, ist der Windpark in „finanzieller Schieflage“ (siehe hier). Die Betreiber hatten 13-14 GWh pro Jahr geplant, die Produktion 2018 liegt mit 5.3 GWh bei weniger als 40% des Plans. Noch schlechter als Gries waren nur die Windkraftanlagen Feldmoos/Rengg im Entlebuch mit einer Auslastung von 5.5 Prozent (Vorjahr 7.6%).

Am besten schnitten mit grossem Abstand wie in den Vorjahren die Windkraftanlagen im unteren Wallis ab, wo sich durch die Verengung des Tales eine Turbowirkung ergibt, die überdurchschnittlich gute Windverhältnisse zur Folge hat: Martigny 28.7%, Collonges 27.8% und Charrat 25.5%. Diese Anlagen sind jedoch Ausnahmen, keine andere Anlage schaffte es sonst deutlich über 20% Auslastung. Ohne die drei Anlagen im Wallis ergibt sich eine durchschnittliche Auslastung von 15.1 Prozent.

Ein Kapazitätsfaktor um die 20 Prozent liegt weit unterhalb der Grenze, die für eine effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Windenergie erforderlich ist. Die Daten bestätigen wieder einmal, dass das Binnenland Schweiz nur Schwachwindverhältnisse aufweist, die sich nicht für Windstromproduktion eignen. Das Potential der Windenergie in der Schweiz ist insgesamt gering, realistische Schätzungen gehen von weniger als 2% der Stromproduktion aus. Windenergie kann damit keinen substantiellen Beitrag zur Stromversorgung leisten. Die Beeinträchtigungen von Landschaft, Mensch und Natur dagegen sind unverhältnismässig gross.

 

www.windparks.ch Realistische Visualisierungen von geplanten Schweizer Windparks

Der Verband Freie Landschaft Schweiz lanciert eine neue Plattform: www.windparks.ch. Das Portal bietet in Zukunft von allen geplanten Windkraftanlagen in der Schweiz realistische 3D-Visualisierungen mit drehenden Rotoren am Tag und roten Blinklichtern in der Nacht. Erstmals kann sich die Schweizer Bevölkerung ein realistisches Bild davon machen, was der Zubau der 850 geplanten Windkraftanlagen in der Schweiz bedeuten würde. Mit der Lancierung der Karte startet kommende Woche ein Crowdfunding zur Finanzierung der neuen Plattform.

Es sind rund 850 Anlagen, welche in der Schweiz konkret geplant sind. Die meisten Windkraftwerke sollen über 200m hoch sein (auf dem Lindenberg sind es 230m), das sind unvorstellbare Dimensionen. In der Schweiz gibt es bis jetzt keine solchen Anlagen, diejenigen auf dem Mont Crosin sind maximal 150m hoch und das höchste Gebäude der Schweiz 180m (Roche Tower, Basel).

Bis jetzt konnte sich niemand vorstellen, wie solche gigantischen Industrie-Türme an exponierten Stellen in der Schweiz wirklich aussehen. Tagsüber wirken die drehenden Rotoren mit einem Durchmesser von über 120m als Blickfang, nachts die roten Blinklichter (Flugsicherheit!) wie eine Weihnachtsbeleuchtung. Die Fotomontagen der Promotoren von Windparks zeigen die Turbinen nicht selten vor grell-weissem Himmel oder hinter Bäumen, Zäunen und weidenden Kühen, sodass die Turbinen geradezu niedlich oder gar nicht sichtbar wirken.

Freie Landschaft Schweiz publiziert heute nach einer einjährigen Vorbereitungsphase das neue Portal www.windparks.ch. Darauf werden in Zukunft alle geplanten Windturbinen in der Schweiz auf realistischen 3D-Visualisierungen sichtbar sein. Aktuell befinden sich drei Videos auf dem Portal (Windparks LinthWind GL, Bavois VD sowie im Berner Oberland). In Kürze folgen weitere Visualisierungen der Windparks zwischen dem Chasseron und dem Creux du Van (VD / NE, über 60 Turbinen), im Val de Travers (NE, 40 Maschinen), auf dem Grenchenberg SO und viele weitere.

Für die Produktion der realistischen 3D-Visualisierungen wurde die Landschaft der Schweiz als dreidimensionales Oberflächenmodell realistisch nachgebildet. Der gemeinnützige Verband Freie Landschaft Schweiz hat dafür eine eigene Software-Kombination entwickelt, um die Geodaten des Bundesamtes für Landestopographie in ein reales Modell zu verwandeln. Alleine für den Kanton Waadt mussten über 90 Milliarden Einzelpunkte in ein Geländemodell verwandelt werden. Um eine hohe Leistung der Hardware zu garantieren, sind 16 performance-starke Prozessorkerne, eine der schnellsten Grafikkarten auf dem Markt und bis zu 512 GB Arbeitsspeicher notwendig.

Um die Kosten für die Entwicklung der Infrastruktur zu finanzieren, startet Freie Landschaft Schweiz kommende Woche auf dem Portal We Make it! ein Crowdfunding. Wir hoffen auf einen Betrag über 10’000 CHF, welcher innert Frist von 30 Tagen zusammenkommen soll.

Aus für Windturbinen in der Linthebene

Ein starkes Zeichen: Das Glarner Kantonsparlament sagt mit über 55% Nein zum Windpark LinthWind in der Linthebene (GL / SZ / SG). Dem FLCH-Verein LinthGegenWind ist es zu verdanken, dass die zahlreichen bedrohten Naturschutzgebiete im betroffenen Gebiet erhalten bleiben und das Tor zum Glarnerland nicht mit 200m-Türmen verschandelt wird. Grosse Windkraftanlagen in der Ostschweiz geraten immer weiter in Kritik.

(c) PLCH / FLCH

Nach einer intensiven Debatte entschied heute Nachmittag das Glarner Kantonsparlament mit 30 zu 24 Stimmen, dem Antrag des Regierungsrats zu folgen und den geplanten Windpark LinthWind aus dem Richtplan zu streichen. Damit ist die Industriezone rund um das Dorf Bilten in der Gemeinde Glarus-Nord definitiv vom Tisch.

Die CVP (!) stimmte geschlossen gegen den Windpark. Eine Mitte-Links-Opposition stemmte sich erfolglos für die Realisierung des gigantischen Industrie-Projektes mit 5 Windkraftanlagen (je 200m Höhe und total über 16‘000 Tonnen Bau-Material).

Es zeigt sich damit deutlich: Die Nutzung der Windenergie durch riesige industrielle Turbinen hat vor allem in der Ostschweiz keine Zukunft. Zu gross sind die Eingriffe in die Natur und Landschaft, zu stark die Immissionen auf Anwohnerinnen und Anwohner. Der verursachte Schaden an der Natur, Land-schaft und Gesundheit ist grösser als der Ertrag – nicht zu vergessen sind die Emissionen, welche beim Bau und bei der Entsorgung der Turbinen und der gigantischen, 2‘500 Tonnen schweren Stahlbeton-Fundamenten entstehen. Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein.

Nein zum Windpark Montoz im Berner Jura: Ja zum Umweltschutz

Die Vernunft gewann in Court im Berner Jura. Die Einwohnerinnen und Einwohner lehnten den Bau des Windparks Montoz-Pré Richard gestern Montagabend mit 70% ab. Das Projekt ist beerdigt. Freie Landschaft Schweiz begrüßt dieses klare Signal zugunsten der Landschaft und für den Schutz unserer unversehrten Erholungsgebiete.

Gestern Montagabend besuchten 325 Einwohner die Gemeindeversammlung, um über das Windparkprojekt Montoz-Pré Richard abzustimmen. Die Abstimmung über die Nutzungsplanung war ein wesentlicher Schritt für den Projektierer Energie Service Biel, um das Windparkprojekt fortzusetzen. Nach vielen Stunden Debatte wurde ein klarer Entscheid gefällt: 70% der Teilnehmenden (222) sagten Nein zu einer Windkraftindustriezone auf der zweiten Jurakette.

Das Projekt sah die Installation von 7 Windturbinen vor, die eine Höhe von 200 Metern erreichen würden, viel höher als die bereits in Betrieb befindlichen Turbinen im Jurabogen. Mit den sechs geplanten zusätzlichen Anlagen auf dem benachbarten Grenchenberg wäre ein industrielles Energieproduktionsgebiet mit 13 Anlagen entstanden.

Die Abstimmung der Gemeindeversammlung zeigt deutlich die fehlende Akzeptanz der Bevölkerung, ihre Lebensumwelt für eine zufällig produzierende Energiequelle mit einem lächerlichen Ertrag zu opfern. Es sind umweltfreundlichere Alternativen wie Biomasse oder Solarenergie, welche die Bevölkerung befürwortet. Windkraftanlagen wären sehr kostspielig, würden die Zersiedelung weiter vorantreiben und bedeuten die Industrialisierung unserer Landschaften. Ausserdem ist der Rückbau von Windturbinen ungelöst.

Der Entscheid zeigt auch, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, ihre letzten Erholungsräume zu opfern. In einem immer stressigeren und anspruchsvolleren wirtschaftlichen Umfeld werden Orte der Entspannung immer wichtiger, an denen man sich auftanken und Aktivitäten in der freien Natur ausüben kann. Die jüngste Mobilisierung gegen den Klimaschutz zeigt auch, dass junge Menschen sich Sorgen um die noch vorhandenen Ressourcen machen und den Umweltschutz stark befürworten.

Jetzt auch das Aus für Windturbinen im Appenzellerland

Die Nutzung der Windenergie durch gigantische Turbinen hat es in der Ostschweiz schwer. Mit dem Windpark Honegg in Oberegg AI ist das nächste Windparkprojekt gefallen. Freie Landschaft Schweiz fordert nun auch in der Westschweiz eine kritische Betrachtung von geplanten Industriezonen für Windparks in intakten Landschaften.

(c) Appenzell.ch

Weil 200m grosse Windturbinen mit der intakten Landschaft des Appenzellerlands schlicht unvereinbar seien, hat die Standeskommission des Kantons Appenzell-Innerrhoden den Standort Honegg-Oberfeld in Oberegg AI aus dem Richtplan gestrichen. Das dort geplante Projekt mit zwei gigantischen Windkraftanlagen kann somit nicht realisiert werden.

Gegen den Windpark haben sich die Kantone Appenzell-Ausserrhoden, St. Gallen und das österreichische Land Vorarlberg sowie weitere 500 Parteien in der Vernehmlassung geäussert. Insbesondere vom Kanton Appenzell-Ausserrhoden wurde gefordert, alternative erneuerbare Energien zu fördern, wie Biomasse, Fotovoltaik und die Wasserkraft.

Das Appenzellerland soll damit wie die Linthebene von 200m grossen Windkraftanlagen verschont bleiben. Freie Landschaft Schweiz gratuliert dem Verein Pro Landschaft AR/AI für ihren grossartigen Einsatz für den Schutz von Landschaft, Flora und Fauna und der Anwohner.

Vergangene Woche entschied das Kantonsgericht des Kantons Waadt, den Windpark St. Croix VD zu genehmigen. Der Windpark soll in einer ebenfalls intakten Jura-Landschaft entstehen und bedroht lokal lebende und ziehende Vogel- und Fledermausarten. Im Gegensatz zu den Kantonsbehörden in der Ostschweiz ist die Zustimmung in der Westschweiz zur Nutzung der Windenergie durch gigantische Windturbinen nach wie vor gross.

Die Landschaftsbelastung durch die Energiewende würde vor allem die Westschweiz betreffen, sollte dort nicht rechtzeitig die Einsicht zustande kommen, dass der Nutzen von gigantischen Windturbinen in keinem Verhältnis zum Schaden steht. Die  Politik und die Behörden der Westschweiz sind aufgefordert, die Erneuerbaren in den bereits zersiedelten Gebieten zu fördern.

Die Nutzung der Erneuerbaren Wind und Sonne ist immer mit dem Problem verbunden, dass die Energie gespeichert werden muss, um auch bei Windstille und in der Nacht Strom zu haben. Daher sind kleine Anlagen in Gebieten mit vorhandenen Infrastrukturen gegenüber Grossanlagen in unverbauten Landschaften vorzuziehen, um die ohnehin bereits stark belastete Schweizer Landschaft zu schonen.

Keine gigantische Windturbinen in der Linthebene

Der Regierungsrat des Kantons Glarus ist schweizweit die erste Kantonsregierung, welche sich kritisch mit der Windenergie befasst. Er schlägt dem Parlament vor, im Richtplan 2018 auf Windenergieanlagen in der Linthebene zu verzichten. Sein Entscheid ist wegweisend für die Schweizer Raumplanung und Energiepolitik.

(c) Kanton Glarus Samuel Trümpy

Konkret anerkennt der Regierungsrat drei Tatsachen, welche gegen die Nutzung der Windenergie mit gigantischen, 200m grossen Anlagen sprechen (Zitat aus dem Erläuterungsbericht):

1. Im Einzugsbereich von Siedlungsgebieten sollen keine Windenergieanlagen erstellt werden.
2. Eine Windanlage verunmöglicht auf lange Sicht die Siedlungsentwicklung.
3. Zudem widersprechen Anlagen im Bereich von Siedlungsgebieten den Zielen des Entwicklungsplans 2020 – 2030. Gemäss diesem will der Kanton Glarus Menschen aus anderen Regionen gewinnen und er sorgt für eine intakte Landschaft und nachhaltig genutzte Erholungs- und Freizeitgebiete.

Das heisst nichts anderes, als dass Windenergieanlagen auf Neuzuzüger abschreckend wirken und das Image des Kantons beschädigen, sollen die Industrieanlagen doch am Eingangstor zum Kanton Glarus zu stehen kommen.

Die Glarner Kantonsregierung hat damit als erste kantonale Exekutive festgehalten, dass die Nutzung der Windenergie durch 200m grosse Windkraftanlagen in der dicht besiedelten Schweiz zu massiven Umwelt- und Image-Schäden führen können. Daher enthält der Richtplan neu klare Ausschlussgründe: „Neuerschliessungen von Standorten für Windenergieanlagen mit einem ungünstigen Verhältnis zwischen erwarteter Energieproduktion und negativen Auswirkungen des zu tätigenden Eingriffs auf die Landschaft und die Ökosysteme sind zu vermeiden.“

Ausserdem hält die Regierung fest, dass die Wirtschaftlichkeit gestützt auf empirischen Ergebnissen der Windmessungen nachgewiesen werden muss. Auch muss belegt werden, dass für Vögel keine übermässige Kollisionsgefahr bestehen und die Grenzwerte für Lärm und Schattenwurf eingehalten werden können.

Freie Landschaft Schweiz fordert die kantonalen Exekutiven auf, dem Beispiel der Glarner Kantonsregierung zu folgen und klare Kriterien festzulegen, um präventiv Umwelt- und Imageschäden durch gigantische Windenergieanlagen in der Schweiz zu bekämpfen.

Mehr dazu in der Südostschweiz: Link

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