Sonvilier lehnt Windpark Quatre Bornes ab – ein Signal an die Schweiz

Die Einwohner von Sonvilier haben ein Zeichen für die ganze Schweiz gesetzt: Mit der Ablehnung des Windparkprojekts “Quatre Bornes” zeigt die Gemeinde im Berner Jura, dass die Schweizer Bevölkerung diese gigantischen Industriezonen ablehnt, welche ihr Lebensumfeld zerstören und gleichzeitig riesige Subventionen verschlingen. Freie Landschaft Schweiz fordert die Bundesbehörden auf, die Energiestrategie 2050 zu überprüfen und einen Ausstiegsplan für die Windenergie auszuarbeiten.

Die zehn bis zu 207 Meter hohen Turbinen, die neben dem Chasseral geplant sind, werden nicht gebaut. Dies ist die heutige Entscheidung der Bevölkerung von Sonvilier, welche zeigt, dass sie nicht den emotionalen Argumenten der Projektierern erliegen wollte. Die Promotoren versprachen nichts weniger als Energieautonomie, die Rettung des Klimas und eine Verbesserung der Landschaft und der Biodiversität. Die Windkraft, die bereits in der ganzen Schweiz in Schwierigkeiten steckt, wird nun hart getroffen.

Der Entscheid von Sonvilier ist auch ein schwerer Schlag für den Promotor Groupe E Greenwatt, die mehrere Windkraftprojekte in der Schweiz plant, welche sich alle in einer kritischen Situation befinden. Seit Jahren werden riesige Geldsummen für Umweltverträglichkeitsprüfungen verschwendet, in denen versucht wird, den Behörden und der Bevölkerung weiszumachen, dass die Installation dieser gigantischen Türme ohne Belästigung und unter Einhaltung der Vorschriften erfolgen soll.

“Windkraftanlagen wurden bisher vor allem in der Deutschschweiz abgelehnt. Jetzt ist die Westschweiz an der Reihe, zu erkennen, dass es keinen triftigen Grund für den Bau dieser gigantischen Maschinen gibt”, sagt Elias Meier, Präsident von Freie Landschaft Schweiz. Zwischen den Subventionen für die Projektierer, den Schäden an der Landschaft und der Artenvielfalt sowie der Belästigung der Anwohner ist klar: Der Ausstieg aus der Atomenergie wird ohne die Windkraftanlagen auskommen müssen.

Freie Landschaft Schweiz fordert die Bundesbehörden auf, das Produktionsziel von 4 Terawattstunden pro Jahr, d. h. die gemäss Energiestrategie erforderlichen rund 1’000 Windturbinen zu überprüfen. Die Alternativen sind da: Photovoltaik und Biomasse, zusätzlich zum bereits bestehenden traditionellen Pfeiler der Schweizer Stromproduktion, der Wasserkraft. Die Photovoltaik kann schnell installiert werden, ist viel billiger, gibt keinen Anlass zu Opposition, kann vor Ort gespeichert werden und bietet darüber hinaus eine Einnahmequelle für lokale Unternehmen. “Windkraft ist eine alte Idee aus den 1990er Jahren; angesichts der zunehmenden Umweltbelastung durch diese immer grösseren Maschinen ist es vernünftig, eine umweltfreundlichere Stossrichtung zu wählen”, erklärt Generalsekretär Michel Fior.

Jüngste Studien bestätigen, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie ohne Windturbinen durchaus möglich ist. Freie Landschaft Schweiz fordert eine Energiewende, welche die Menschen, die Umwelt und die von der Bundesverfassung geforderte Wirtschaftlichkeit respektiert.

Mont-Crosin: eine Verschwendung öffentlicher Gelder

14 Millionen CHF: Das ist der Betrag, den die Juvent SA 2019 vom Bund für ihr Windkraftwerk Mont Crosin erhalten hat. Dieser Zuschuss wird von den Stromverbrauchern finanziert, sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Die Eigentümerin von Juvent, die BKW SA, erwirtschaftete im gleichen Jahr einen Rekordgewinn von 433 Millionen Franken. In einer Zeit, in der viele unabhängige Menschen und Firmen um ihr Überleben kämpfen und die Schweiz von einer grossen Wirtschaftskrise bedroht ist, dürfen wir mit Recht behaupten, dass es sich dabei um einen Skandal handelt: die Verschwendung öffentlicher Gelder für die nutzlose Subventionierung grosser, super-begünstigter Stromkonzerne.

 

(c) Freie Landschaft Schweiz

Die Zahlen des Bundesamtes für Energie BFE bleiben in den Medien in der Regel wenig beachtet. Zu Unrecht: Die Zahlen verschleiern, was als Fehlfunktion unseres Fördersystems für erneuerbare Energien angesehen werden muss. So erhielt beispielsweise die Juvent SA im Jahr 2019 nicht weniger als 13’845’288 CHF an öffentlichen Geldern für ihr Windkraftwerk auf dem Mont-Crosin. Das sind 55% mehr als 2018, vor allem dank des stärkeren Windes.

Dieser Umstand ist in mehr als einer Hinsicht skandalös: In einer Zeit, in der eine beispiellose Wirtschaftskrise das Wirtschaftsgefüge des Jurabogens bedroht, in einer Zeit, in der große Fragezeichen über die Zukunft unserer öffentlichen Finanzen und unserer Steuern hängen, ist es unverständlich und nicht hinnehmbar, dass ein großer Stromkonzern mit einem Nettogewinn von fast einer halben Milliarde Franken mit Geldern von Stromverbrauchern subventioniert wird. Ebenso fragwürdig ist die Erhöhung der Dividende an die Aktionäre der BKW AG um 22 Prozent! Gleichzeitig bangen viele Menschen um ihre Zukunft und fürchten sich vor der Arbeitslosigkeit.

Es ist das gesamte Fördersystem für erneuerbare Energien, das hier seine umstrittenen Eigenschaften zeigt: Es läuft darauf hinaus, Millionen an Unternehmen zu zahlen, die keinen Bedarf daran haben. Unterdessen sind viele Photovoltaik-Projekte auf Eis gelegt, während andere wegen unzureichender finanzieller Unterstützung einfach nicht umgesetzt werden. Diese Projekte wären deutlich vorteilhafter, ohne die Landschaft und die biologische Vielfalt zu schädigen, und sie würden eher unseren einheimischen KMU als den Windturbinenherstellern ausserhalb unseres Landes zugutekommen.

Freie Landschaft Schweiz fordert die vollständige und sofortige Abschaffung der Windenergie-Subventionen und ihre Übertragung auf Photovoltaik- und Biomasse-Projekte, die wirklich finanzielle Unterstützung benötigen. Eine solche Massnahme ist notwendig, um sowohl Gerechtigkeit als auch echte Fortschritte bei der Energiewende zu gewährleisten.

Zu den Zahlen des BFE: Link

«Verlockend sind die grossen Summen, nicht für die kleinen Leute hier»: Michel Bühler überquert den Röstigraben

Michel Bühler, ein in der Romandie sehr bekannter Musiker, publiziert sein erstes deutschsprachiges Lied. Die grossen Leidenschaften des 74-Jährigen, welcher weltweit erfolgreich als Sänger und Autor unterwegs ist, sind die französische Sprache und die sagenhafte Landschaft des Juras.  Sein Kampf gilt den “Aktionären der Ökologie”, welche in seiner Heimat, dem französischsprachigen Jurabogen Hunderte industrielle Windkraftanlagen errichten wollen. Unter dem Titel “Windturbinen” veröffentlicht er nun die deutsche Version seines Liedes “Eoliennes”.

Michel Bühler (c) Lauren Pasche

In der Romandie ist der Sänger Michel Bühler sehr populär. Der Singer-Songwriter von Ste. Croix im Waadtländischen Jura hat fast dreihundert Lieder und etwa zehn Geschichten, Romane und Theaterstücke geschrieben. Er ist darüber hinaus bekannt für sein Engagement zugunsten von Armen und Unterdrückten in der dritten Welt. 2013 gewann er den Jacques-Douai-Preis.

2016 veröffentlichte er den Song “Eoliennes”, welcher perfekt den Opportunismus widerspiegelt, mit dem die Windenergie-Lobby unter dem Deckmantel von „Ökologie und Fortschritt“ die Schweizer Natur und Landschaft opfern will. Das Ziel sind die Subventionen, nicht etwa der Schutz der Umwelt mit einer romantisierten Technologie.

Freie Landschaft Schweiz fragte Michel Bühler an, ob er eine deutsche Version seines Songs aufnehmen würde. Bühler sagte begeistert zu : “Trotz meines Nachnamens fühle ich mich in Gilles Vigneault’s Sprache doch viel wohler als in der Sprache Mani Matter’s. Das Singen auf Deutsch war eine echte Herausforderung! “, sagt er lachend nach getaner Arbeit im Aufnahmestudio.

“Windturbinen” ist eine klare Veranschaulichung über die neoliberale Welt, in der alles der Wirtschaft als Profitquelle dient. Windkraft ist ein perfektes Beispiel für ein grünes Geschaft. Industrielle, laute Turbinen, welche das landschaftliche Erbe und die biologische Vielfalt zerstören, werden und als „Retter des Planeten“ verkauft. “Windturbinen” schafft mit scharfer Reflexion Klarheit und wagt einen Blick in die Zukunft.

“Windturbinen”: Song und Text.

Übersetzung: Walter Bohnenblust und Hermine Weidmann

Der Juraschutz steht auf dem Spiel

Aktuell läuft vor Bundesgericht das Beschwerdeverfahren gegen den Windpark Grenchen. Auf der ersten Jurakette im Kanton Solothurn sind sechs Windturbinen mit 122m breiten Rotoren geplant.  Über eine Million Menschen könnten die Turbinen sehen, stark gefährdete Vogelarten sind bedroht. Der Entscheid wird wegweisend sein für das Schweizer Landschaftsbild.

Juraschutzzone (c) Marcel Kessler

1942, während dem Zweiten Weltkrieg, beschloss der Kanton Solothurn die Juraschutzzone. Kaum ein anderer Kanton kennt so strikte Regeln im Landschaftsschutz: Freileitungen, Ferienhäuser, Strassen, Zäune, ja sogar Bronzeskulpturen sind untersagt. In der Kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung sind Farben, Materialen, Stellung und Gestaltung aller Objekte festgelegt. Exponierte Standorte sind verboten. Neubauten müssen bestehende Bauten nachahmen.

Die Juraschutzzone soll nun nichts mehr gelten. Das riesige Gebiet des Juras, welches für zahlreiche Pflanzen und Tiere Rückzug bietet und jedes Wochenende Zehntausende Menschen aus dem lärmgeplagten Mittelland anzieht, ist durch den Windpark Grenchen gefährdet. Drei Turbinen sollen unmittelbar neben der Wandfluh, der grossen Felswand oberhalb der Uhrenstadt, zu stehen kommen. Drei weitere sind dahinter inmitten von grossen Juralöchern, sogenannten Dolinen geplant. Der Sichtbarkeitsradius beträgt über 50 Kilometer. Die Stromproduktion wäre sehr unregelmässig und beträgt übers Jahr zwischen 10 GWh (gemäss Birdlife) und 30 GWh (gemäss Projektant). Das entspricht rund 0.04% des Schweizerischen Stromverbrauchs.

Da der Kanton Solothurn als einer der einzigen Kantone keine Volksabstimmung über ein solches Projekt vorsieht, konnten nur die Umweltverbände mit Beschwerderecht dagegen Einsprache erheben. Aktuell ist die einzig verbliebene Beschwerde des Vogelschutzverbands Birdlife Schweiz vor Bundesgericht hängig. Das oberste Gericht entscheidet nun über die Zukunft unserer Jurakrete, welche unserem Land von Genf bis in den Aargau einen Horizont gibt.  Werden in Zukunft tagsüber riesige Rotoren die Blicke auf sich ziehen und nachts rote Lichter über Grenchen blinken?

Der Vogelschutzverband kritisiert, dass das Industrieprojekt mitten in die Juraschutzzone und neben ein Landschaftsschutzgebiet nationaler Bedeutung gestellt werden soll.  Zahlreiche Vögel auf der Roten Liste brüten unmittelbar im geplanten Industriegebiet und würden von den Rotoren erschlagen. Auch zahlreiche Fledermäuse leben vor Ort und Zugvögel queren zwei Mal im Jahr die thermisch günstige Jurakrete. Mitten in deren Flugbahn, zwischen 27 und 150m über Boden, würden die Rotoren mit bis zu 400 km/h drehen.

Kürzlich ist nun die Strasse auf den Berg teilweise abgestürzt. Während der Sanierung mussten die Trinkwasserquellen im Grenchner Eisenbahntunnel direkt unter dem Windpark abgestellt werden, weil zwischen der Bergstrasse und den Quellen im Tunnel schnelle Fliessverbindungen vorhanden sind. Die Stadt Grenchen, welche zwischen 85 und 98% ihres Wassers aus den eigenen Quellen bezieht, müsste beim Bau des Windparks auf ihr eigenes Trinkwasser verzichten. An der Grenchner Wasserversorgung sind 40‘000 Menschen angeschlossen.

Der aktuelle Fall Grenchenberg zeigt: Das Bundesgericht entscheidet nicht nur über den Bau von sechs Türmen. Es entscheidet über das Trinkwasser zehntausender Menschen, das Überleben vieler Tierarten und den Umgang mit den wenigen Erholungsgebieten für die Mittelländische Bevölkerung.

Unsere Landschaft können wir nicht ersetzen. Wir haben nur eine.

Nein zum Windpark Montoz im Berner Jura: Ja zum Umweltschutz

Die Vernunft gewann in Court im Berner Jura. Die Einwohnerinnen und Einwohner lehnten den Bau des Windparks Montoz-Pré Richard gestern Montagabend mit 70% ab. Das Projekt ist beerdigt. Freie Landschaft Schweiz begrüßt dieses klare Signal zugunsten der Landschaft und für den Schutz unserer unversehrten Erholungsgebiete.

Gestern Montagabend besuchten 325 Einwohner die Gemeindeversammlung, um über das Windparkprojekt Montoz-Pré Richard abzustimmen. Die Abstimmung über die Nutzungsplanung war ein wesentlicher Schritt für den Projektierer Energie Service Biel, um das Windparkprojekt fortzusetzen. Nach vielen Stunden Debatte wurde ein klarer Entscheid gefällt: 70% der Teilnehmenden (222) sagten Nein zu einer Windkraftindustriezone auf der zweiten Jurakette.

Das Projekt sah die Installation von 7 Windturbinen vor, die eine Höhe von 200 Metern erreichen würden, viel höher als die bereits in Betrieb befindlichen Turbinen im Jurabogen. Mit den sechs geplanten zusätzlichen Anlagen auf dem benachbarten Grenchenberg wäre ein industrielles Energieproduktionsgebiet mit 13 Anlagen entstanden.

Die Abstimmung der Gemeindeversammlung zeigt deutlich die fehlende Akzeptanz der Bevölkerung, ihre Lebensumwelt für eine zufällig produzierende Energiequelle mit einem lächerlichen Ertrag zu opfern. Es sind umweltfreundlichere Alternativen wie Biomasse oder Solarenergie, welche die Bevölkerung befürwortet. Windkraftanlagen wären sehr kostspielig, würden die Zersiedelung weiter vorantreiben und bedeuten die Industrialisierung unserer Landschaften. Ausserdem ist der Rückbau von Windturbinen ungelöst.

Der Entscheid zeigt auch, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, ihre letzten Erholungsräume zu opfern. In einem immer stressigeren und anspruchsvolleren wirtschaftlichen Umfeld werden Orte der Entspannung immer wichtiger, an denen man sich auftanken und Aktivitäten in der freien Natur ausüben kann. Die jüngste Mobilisierung gegen den Klimaschutz zeigt auch, dass junge Menschen sich Sorgen um die noch vorhandenen Ressourcen machen und den Umweltschutz stark befürworten.

Vollerfolg für die Petition “Sauvez Chasseron – Creux-du-Van”. Die Aufnahme der Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) wird beantragt.

Mit mehr als 13.600 Unterschriften übertrifft die Petition zur Rettung der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van alle Erwartungen. Die Petition stellt die Glaubwürdigkeit der geplanten Windparkprojekte in Frage und löst eine Reihe von politischen Initiativen aus, darunter die Forderung, die Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufzunehmen.

(c) Lukas Bieri Pixabay

Paysage Libre Vaud mit Pro Natura Vaud, Helvetia Nostra, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), BirdLife und Freie Landschaft Schweiz haben im Frühjahr dieses Jahres eine Petition lanciert, welche die Erhaltung und Aufwertung des der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van zum Ziel hat. Dieser einmalige Landschaftserbe ist durch den Bau von rund vierzig riesigen Windkraftanlagen bedroht.

In weniger als vier Monaten wurden mehr als 13’600 Unterschriften gesammelt. Die Unterschriften kommen aus den Kantonen Waadt und Neuenburg, aber auch aus dem gesamten Jurabereich und der Deutschschweiz. Die Petitionäre lehnen die Industrialisierung der außergewöhnlichen Landschaften vehement ab.

Angesichts der massiven Unterstützung der Petition fordern die Partnerorganisationen die vollständige Aufgabe der drei betroffenen Windprojekte und den Erhalt eines der letzten Naturräume im Jurabogen.

Selbst mit Subventionen ist die Windkraft in der Schweiz kaum rentabel

Die Genossenschaft Elektra Birseck EBM hat heute den Windpark Liesberg BL sistiert. Grund dafür seien zu geringe Windgeschwindigkeiten von 4.5 m/s und ungenügende Subventionen. Die EBM investiert daher nun in inländische Wasser- und Solarkraft.

Bild: (c) Marc Hatot

Die heutige Medienmitteilung der EBM macht deutlich, dass die Schweiz kein Windland ist. Die Windgeschwindigkeiten an exponierten Lagen im Jurabogen von teilweise nur 4.5 m/s reichen bei weitem nicht aus, um wirtschaftlich die Windenergie mit grossen industriellen Windkraftanlagen zu nutzen.

Die EBM ging von einer durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeit von 5 m/s aus, nun zeigen aber die zweijährigen Messungen – trotz Stürmen in diesem Winter – dass die Erwartungen um rund 10% unterschritten worden seien.

Die EBM beklagt sich, dass trotz der Annahme des neuen Energiegesetzes und der deutlichen Erhöhung des Netzzuschlags für die KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) keine effektive Förderung für die inländische Nutzung der Windkraft erzielt werden konnte. Einerseits seien die meisten Gelder bereits zugewiesen und werden für Projekte auf der Warteliste verwendet, andererseits sei nicht klar, welche Nachfolgelösung nach dem Auslaufen des aktuellen KEV-Systems 2022 zu erwarten ist.

Die EBM habe dennoch im Bereich der erneuerbaren Energien bereits Erfolge erzielt: In der weitaus umweltfreundlicheren Wasser- und Solarenergie. Die EBM plant nun, die weiteren Aktivitäten in den erneuerbaren Energien in der aventron AG zu konzentrieren. Diese Beteiligungsgesellschaft an Kraftwerken erneuerbarer Energie investiert vor allem in Solar- und Wasserkraftwerke, aber auch in Windkraftwerke in Deutschland, Norwegen, Italien, Frankreich und Spanien.

Der Entscheid der EBM dürfte auch andere Investoren anregen, ihre bisherigen Bemühungen in Windkraft in der Schweiz zu überdenken. So verfügt zum Beispiel auch der Windpark Vechigen in der Nähe der Bundeshauptstadt Bern nur über schwache Windverhältnisse von durchschnittlich 4.5m/s.

Schliesslich legt das Beispiel der EBM auch offen, dass der im Konzept Windenergie des Bundes vorgesehene Wert von 4.5m/s Mindestgeschwindigkeit für eine rentable Betreibung einer grossen Windkraftanlage zu gering ist – selbst mit den massiven Subventionen durch die KEV.

Medienmitteilung EBM: Link

Rettet den Creux-du-Van et den Chasseron

Die ganze Schweiz kennt den Creux-du-Van und den Chasseron, zwei Symbole der Landschaft unseres Landes. Wussten Sie, dass drei Windparks, etwa 40 Maschinen, diese heute noch gut erhaltenen Standorte verschandeln könnten?

Paysage Libre Vaud hat eine Petition zur Rettung von Chasseron und Creux du Van in Zusammenarbeit mit wichtigen Organisationen wie Helvetia Nostra, Pro Natura, die Stiftung Landschaftschutz und BirdLife lanciert. Freie Landschaft Schweiz ist ebenfalls Partner.

Die zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van gelegene Region bildet ein bemerkenswertes Landschaftsensemble, welches zu einem grossen Teil geschützt ist. Heute ist dieses Gebiet naturnah und frei von grossen Infrastrukturen. Dank der wenigen menschlichen Eingriffe hat es eine reiche Flora und Fauna in dieser einzigartigen Region. Die Landschaft ist durch eine bewaldete Weidelandschaft geprägt, die auch für Freizeitaktivitäten (Wandern, Langlaufen, etc.) besonders attraktiv ist. Dieser kostbare Natur- und Erholungsraum wird derzeit durch den Bau von etwa 40 sehr grossen Windkraftanlagen (etwa 200 Meter hoch) bedroht, die in drei Parks (Grandsonnaz, Grandevent und Provence) unterteilt sind. Neben den erheblichen landschaftlichen Auswirkungen sollen bei diesen Projekten viele Kilometer neue Strassen auf bewaldeten Weiden gebaut werden.

Webseite der Petition (Französisch): Link
Petition auf Deutsch: Link

Bund zahlt Millionen an Wind-Lobby

Der Verband Freie Landschaft Schweiz konnte auf Grund des Öffentlichkeitsgesetzes BGÖ auf die Verträge zugreifen, die das Bundesamt für Energie BFE mit der Windlobby Suisse Eole im Zeitraum 2003 bis 2015 abgeschlossen hat. Diese Information wurde heute von der Sonntagszeitung herausgegeben. Suisse Eole ist die schweizerische Vereinigung zur Förderung der Windenergie und vertritt die Interessen der Unternehmen, welche Windprojekte entwickeln und diesbezüglich finanzielle und kommerzielle Interessen haben.

Diese Verträge sind dem Verband Freie Landschaft Schweiz zum Teil durch das BFE zensuriert geliefert worden. Zensuriert wurden unter anderem alle Hinweise, die zeigen, dass Suisse Eole auch für politischen Lobbyismus beauftragt wurde. Ein Vergleich mit den Jahresberichten von Suisse Eole ermöglicht aber, einige Teile zu rekonstruieren. Im Zeitraum von 2001 bis 2015 sind durch das BFE CHF 7‘300‘000.- Steuergelder an Suisse Eole bezahlt worden.

Im November 2014 hat die Eidg. Finanzkontrolle einen Bericht zum Beschaffungswesen des BFE veröffentlicht. Die Praxis des BFE wird klar kritisiert. Die vier Ziele des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen seien verletzt. Weiterlesen

Eine Studie des Bundes beweist: Die Windkraftwerke sind ein grosses Umweltproblem

Eine Studie des Bundesamtes für Energie BFE – bekannt für seine unkritische Haltung gegenüber Windkraftwerken – beweist es: Windturbinen sind für die Tierwelt ein schweres Problem. Die Vogelwarte Sempach untersuchte unter den drei Windturbinen von Peuchapatte (JU) den Vogelschlag und stellte einen Total-Median von 62 getöteten Opfern pro Jahr fest. Vor allem sind Kleinvögel betroffen, die in der Nacht ziehen. Die Untersuchenden präzisieren, dass man beim Median nicht vergessen dürfe, dass mit 50%iger Wahrscheinlichkeit die Zahl der tödlichen Kollisionen höher liege. Weiterlesen