• Landschaft schützen! Pour un paysage durable

EXKLUSIV Videos vom Gebiet Chasseron / Creux-du-Van im Industrie-Kleid der 80 Windturbinen

Freie Landschaft Schweiz publiziert heute ein Video, welches zeigt, wie der Raum zwischen dem Creux-du-Van und dem Chasseron aussähe, wenn die fünf dort geplanten Windparks erstellt würden. Die Bilder des berühmten Gebiets sind beeindruckend: Eine totale Industrialisierung einer der symbolträchtigsten Landschaften der Schweiz. Dazu käme der unwiderrufliche Verlust der biologischen Vielfalt, die diese Region so besonders macht.

 

Es ist ein Bild, welches die Windkraft-Promotoren nie zeigen werden: Ein Industriegebiet mit rund 80 Windkraftanlagen auf beiden Seiten der Waadtländer und Neuenburger Grenze. Alle Projekte sind ohne interkantonale Koordination geplant. So könnte die Region Chasseron / Creux-du-Van in einigen Jahren aussehen! Allein im Kanton Waadt würden auf der ersten Jurakette mit den Windparks Provence, Grandevent und Grandsonnaz rund 40 gigantische Turbinen gebaut.

Kürzlich unterzeichneten fast 14‘000 Menschen eine Petition zum Schutz dieser symbolträchtigen Stätten im Jurabogen. Das Waadtländer Parlament und die betroffenen Gemeinden wollen davon aber keine besondere Kenntnis nehmen und ziehen es vor, diese noch in ihrem natürlichen Zustand befindliche Region einem industriellen Schicksal zu überlassen. Die Landschaftsveränderung, welche in den Videos realistisch dargestellt wird, lässt keinen anderen Schluss zu.

Der Creux-du-Van und der Chasseron werden von Wanderern und Sportlern von nah und fern jedes Jahr zu Hunderttausenden besucht. Zweifellos werden die geplanten fünf Industrieparks die jurabegeisterten Erholungssuchenden nachhaltig vertreiben. “Wir stellen uns selber ein Bein”, sagt Jean-Marc Blanc, Generalsekretär von Paysage Libre Vaud, für den „eine jahrzehnte lange Aufbauarbeit für einen sanften, nachhaltigen Tourismus durch die Windindustrie zunichte gemacht wird.“

Die Fotomontagen sind realistisch und nicht übertrieben: An keinem anderen Ort in der Schweiz dürfte eine so hohe Anzahl von Windkraftanlagen pro Quadratkilometer geplant sein. “In der deutschsprachigen Schweiz ist die öffentliche Meinung gegenüber der Windenergie sehr zurückhaltend geworden. Bevorzugt werden erneuerbare Energien, welche Mensch und Tier respektieren, wie die Sonnenenergie”, erklärt Elias Meier, Präsident des Verbands Freie Landschaft Schweiz.

Mit diesem neutralen, sachlichen Video möchte Freie Landschaft Schweiz die Öffentlichkeit sensibilisieren und die Bedrohung durch Windkraftanlagen eines einzigartigen Naturerbes aufzeigen. Eine Bedrohung, die von der Windkraft-Lobby systematisch ignoriert wird. Die Lobby wiederholt stets, dass Windkraftanlagen harmonisch in die Landschaft integriert werden könnten.

Der Juraschutz steht auf dem Spiel

Aktuell läuft vor Bundesgericht das Beschwerdeverfahren gegen den Windpark Grenchen. Auf der ersten Jurakette im Kanton Solothurn sind sechs Windturbinen mit 122m breiten Rotoren geplant.  Über eine Million Menschen könnten die Turbinen sehen, stark gefährdete Vogelarten sind bedroht. Der Entscheid wird wegweisend sein für das Schweizer Landschaftsbild.

Juraschutzzone (c) Marcel Kessler

1942, während dem Zweiten Weltkrieg, beschloss der Kanton Solothurn die Juraschutzzone. Kaum ein anderer Kanton kennt so strikte Regeln im Landschaftsschutz: Freileitungen, Ferienhäuser, Strassen, Zäune, ja sogar Bronzeskulpturen sind untersagt. In der Kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung sind Farben, Materialen, Stellung und Gestaltung aller Objekte festgelegt. Exponierte Standorte sind verboten. Neubauten müssen bestehende Bauten nachahmen.

Die Juraschutzzone soll nun nichts mehr gelten. Das riesige Gebiet des Juras, welches für zahlreiche Pflanzen und Tiere Rückzug bietet und jedes Wochenende Zehntausende Menschen aus dem lärmgeplagten Mittelland anzieht, ist durch den Windpark Grenchen gefährdet. Drei Turbinen sollen unmittelbar neben der Wandfluh, der grossen Felswand oberhalb der Uhrenstadt, zu stehen kommen. Drei weitere sind dahinter inmitten von grossen Juralöchern, sogenannten Dolinen geplant. Der Sichtbarkeitsradius beträgt über 50 Kilometer. Die Stromproduktion wäre sehr unregelmässig und beträgt übers Jahr zwischen 10 GWh (gemäss Birdlife) und 30 GWh (gemäss Projektant). Das entspricht rund 0.04% des Schweizerischen Stromverbrauchs.

Da der Kanton Solothurn als einer der einzigen Kantone keine Volksabstimmung über ein solches Projekt vorsieht, konnten nur die Umweltverbände mit Beschwerderecht dagegen Einsprache erheben. Aktuell ist die einzig verbliebene Beschwerde des Vogelschutzverbands Birdlife Schweiz vor Bundesgericht hängig. Das oberste Gericht entscheidet nun über die Zukunft unserer Jurakrete, welche unserem Land von Genf bis in den Aargau einen Horizont gibt.  Werden in Zukunft tagsüber riesige Rotoren die Blicke auf sich ziehen und nachts rote Lichter über Grenchen blinken?

Der Vogelschutzverband kritisiert, dass das Industrieprojekt mitten in die Juraschutzzone und neben ein Landschaftsschutzgebiet nationaler Bedeutung gestellt werden soll.  Zahlreiche Vögel auf der Roten Liste brüten unmittelbar im geplanten Industriegebiet und würden von den Rotoren erschlagen. Auch zahlreiche Fledermäuse leben vor Ort und Zugvögel queren zwei Mal im Jahr die thermisch günstige Jurakrete. Mitten in deren Flugbahn, zwischen 27 und 150m über Boden, würden die Rotoren mit bis zu 400 km/h drehen.

Kürzlich ist nun die Strasse auf den Berg teilweise abgestürzt. Während der Sanierung mussten die Trinkwasserquellen im Grenchner Eisenbahntunnel direkt unter dem Windpark abgestellt werden, weil zwischen der Bergstrasse und den Quellen im Tunnel schnelle Fliessverbindungen vorhanden sind. Die Stadt Grenchen, welche zwischen 85 und 98% ihres Wassers aus den eigenen Quellen bezieht, müsste beim Bau des Windparks auf ihr eigenes Trinkwasser verzichten. An der Grenchner Wasserversorgung sind 40‘000 Menschen angeschlossen.

Der aktuelle Fall Grenchenberg zeigt: Das Bundesgericht entscheidet nicht nur über den Bau von sechs Türmen. Es entscheidet über das Trinkwasser zehntausender Menschen, das Überleben vieler Tierarten und den Umgang mit den wenigen Erholungsgebieten für die Mittelländische Bevölkerung.

Unsere Landschaft können wir nicht ersetzen. Wir haben nur eine.

Den Planeten ohne Windturbinen retten

Gemäss einer gestern veröffentlichten wissenschaftlichen Studie kann die Schweiz die Ziele des Pariser Klima-Abkommens mit einfachen Massnahmen und nur mit Solarenergie erreichen. Die Energiewende ist somit ohne Beeinträchtigung der Landschaft und der Biodiversität möglich. Der Einsatz von Windkraftanlagen ist heute unnötig und sogar kontraproduktiv. Freie Landschaft Schweiz (FLCH) begrüsst diese Einsicht und fordert ein “Reset” der Energiestrategie 2050.

(c) Pixabay

(c) Pixabay

Die Zahlen der Studie 2019 über den Energieverbrauch von PlusEnergieBau-Gebäuden zeigen, dass die Überschüsse der solaren Stromerzeugung in Kombination mit Pumpspeicherkraftwerken mehr als ausreichen, um den gesamten Gebäude- und Verkehrssektor in der Schweiz mit CO2-neutralem Strom zu versorgen. Solardächer würden den CO2-Ausstoß um 90% reduzieren!

Diese als einfach bezeichneten Maßnahmen zeigen, dass die Energiestrategie 2050 einen falschen Ansatz gewählt hat. Die Studie belegt damit, dass dank der Solarenergie

– nahezu alle CO2-Emissionen eliminiert werden können;
– der Ausstieg aus der Kernenergie gewährleistet ist;
– und damit die Landschaft und die Biodiversität vollständig erhalten bleiben.

Der Verband Freie Landschaft Schweiz (FLCH) sieht eine Reihe weiterer Vorteile für einen Paradigmenwechsel bei der Energiewende:

– Die Subventionen (Einspeisevergütungen) für Solaranlagen betragen fast nur noch die Hälfte der Subventionen für Windkraftanlagen.
– Mit dem Fokus auf Solarenergie sind Schweizer KMU und nicht deutsche Windkraftanlagenhersteller am Werk.

Diese Energiewende kann daher positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Klimaschutz und den Ausstieg aus der Atomenergie haben.

Die gestern veröffentlichte Studie steht im Einklang mit dem Marshallplan der Sozialdemokratischen Partei für die Energiewende: die Nutzung der Windenergie fehlt völlig, was deren Nutzlosigkeit zeigt. FLCH begrüsst diesen Richtungswechsel und lädt die neue Vorsteherin des Eidgenössischen Energiedepartements ein, den Plan in ihren Departementen umzusetzen.

Ein “Reset” der Energiestrategie 2050 ebnet den Weg für eine umweltfreundliche Energiewende. Für den Einsatz von Windkraftanlagen gibt es keine Rechtfertigung mehr. Es scheint, als sei der Traum einer windigen Energieversorgung bereits geplatzt.

Zur Studie: Link

 

www.windparks.ch Realistische Visualisierungen von geplanten Schweizer Windparks

Der Verband Freie Landschaft Schweiz lanciert eine neue Plattform: www.windparks.ch. Das Portal bietet in Zukunft von allen geplanten Windkraftanlagen in der Schweiz realistische 3D-Visualisierungen mit drehenden Rotoren am Tag und roten Blinklichtern in der Nacht. Erstmals kann sich die Schweizer Bevölkerung ein realistisches Bild davon machen, was der Zubau der 850 geplanten Windkraftanlagen in der Schweiz bedeuten würde. Mit der Lancierung der Karte startet kommende Woche ein Crowdfunding zur Finanzierung der neuen Plattform.

Es sind rund 850 Anlagen, welche in der Schweiz konkret geplant sind. Die meisten Windkraftwerke sollen über 200m hoch sein (auf dem Lindenberg sind es 230m), das sind unvorstellbare Dimensionen. In der Schweiz gibt es bis jetzt keine solchen Anlagen, diejenigen auf dem Mont Crosin sind maximal 150m hoch und das höchste Gebäude der Schweiz 180m (Roche Tower, Basel).

Bis jetzt konnte sich niemand vorstellen, wie solche gigantischen Industrie-Türme an exponierten Stellen in der Schweiz wirklich aussehen. Tagsüber wirken die drehenden Rotoren mit einem Durchmesser von über 120m als Blickfang, nachts die roten Blinklichter (Flugsicherheit!) wie eine Weihnachtsbeleuchtung. Die Fotomontagen der Promotoren von Windparks zeigen die Turbinen nicht selten vor grell-weissem Himmel oder hinter Bäumen, Zäunen und weidenden Kühen, sodass die Turbinen geradezu niedlich oder gar nicht sichtbar wirken.

Freie Landschaft Schweiz publiziert heute nach einer einjährigen Vorbereitungsphase das neue Portal www.windparks.ch. Darauf werden in Zukunft alle geplanten Windturbinen in der Schweiz auf realistischen 3D-Visualisierungen sichtbar sein. Aktuell befinden sich drei Videos auf dem Portal (Windparks LinthWind GL, Bavois VD sowie im Berner Oberland). In Kürze folgen weitere Visualisierungen der Windparks zwischen dem Chasseron und dem Creux du Van (VD / NE, über 60 Turbinen), im Val de Travers (NE, 40 Maschinen), auf dem Grenchenberg SO und viele weitere.

Für die Produktion der realistischen 3D-Visualisierungen wurde die Landschaft der Schweiz als dreidimensionales Oberflächenmodell realistisch nachgebildet. Der gemeinnützige Verband Freie Landschaft Schweiz hat dafür eine eigene Software-Kombination entwickelt, um die Geodaten des Bundesamtes für Landestopographie in ein reales Modell zu verwandeln. Alleine für den Kanton Waadt mussten über 90 Milliarden Einzelpunkte in ein Geländemodell verwandelt werden. Um eine hohe Leistung der Hardware zu garantieren, sind 16 performance-starke Prozessorkerne, eine der schnellsten Grafikkarten auf dem Markt und bis zu 512 GB Arbeitsspeicher notwendig.

Um die Kosten für die Entwicklung der Infrastruktur zu finanzieren, startet Freie Landschaft Schweiz kommende Woche auf dem Portal We Make it! ein Crowdfunding. Wir hoffen auf einen Betrag über 10’000 CHF, welcher innert Frist von 30 Tagen zusammenkommen soll.

Jetzt auch das Aus für Windturbinen im Appenzellerland

Die Nutzung der Windenergie durch gigantische Turbinen hat es in der Ostschweiz schwer. Mit dem Windpark Honegg in Oberegg AI ist das nächste Windparkprojekt gefallen. Freie Landschaft Schweiz fordert nun auch in der Westschweiz eine kritische Betrachtung von geplanten Industriezonen für Windparks in intakten Landschaften.

(c) Appenzell.ch

Weil 200m grosse Windturbinen mit der intakten Landschaft des Appenzellerlands schlicht unvereinbar seien, hat die Standeskommission des Kantons Appenzell-Innerrhoden den Standort Honegg-Oberfeld in Oberegg AI aus dem Richtplan gestrichen. Das dort geplante Projekt mit zwei gigantischen Windkraftanlagen kann somit nicht realisiert werden.

Gegen den Windpark haben sich die Kantone Appenzell-Ausserrhoden, St. Gallen und das österreichische Land Vorarlberg sowie weitere 500 Parteien in der Vernehmlassung geäussert. Insbesondere vom Kanton Appenzell-Ausserrhoden wurde gefordert, alternative erneuerbare Energien zu fördern, wie Biomasse, Fotovoltaik und die Wasserkraft.

Das Appenzellerland soll damit wie die Linthebene von 200m grossen Windkraftanlagen verschont bleiben. Freie Landschaft Schweiz gratuliert dem Verein Pro Landschaft AR/AI für ihren grossartigen Einsatz für den Schutz von Landschaft, Flora und Fauna und der Anwohner.

Vergangene Woche entschied das Kantonsgericht des Kantons Waadt, den Windpark St. Croix VD zu genehmigen. Der Windpark soll in einer ebenfalls intakten Jura-Landschaft entstehen und bedroht lokal lebende und ziehende Vogel- und Fledermausarten. Im Gegensatz zu den Kantonsbehörden in der Ostschweiz ist die Zustimmung in der Westschweiz zur Nutzung der Windenergie durch gigantische Windturbinen nach wie vor gross.

Die Landschaftsbelastung durch die Energiewende würde vor allem die Westschweiz betreffen, sollte dort nicht rechtzeitig die Einsicht zustande kommen, dass der Nutzen von gigantischen Windturbinen in keinem Verhältnis zum Schaden steht. Die  Politik und die Behörden der Westschweiz sind aufgefordert, die Erneuerbaren in den bereits zersiedelten Gebieten zu fördern.

Die Nutzung der Erneuerbaren Wind und Sonne ist immer mit dem Problem verbunden, dass die Energie gespeichert werden muss, um auch bei Windstille und in der Nacht Strom zu haben. Daher sind kleine Anlagen in Gebieten mit vorhandenen Infrastrukturen gegenüber Grossanlagen in unverbauten Landschaften vorzuziehen, um die ohnehin bereits stark belastete Schweizer Landschaft zu schonen.

Keine gigantische Windturbinen in der Linthebene

Der Regierungsrat des Kantons Glarus ist schweizweit die erste Kantonsregierung, welche sich kritisch mit der Windenergie befasst. Er schlägt dem Parlament vor, im Richtplan 2018 auf Windenergieanlagen in der Linthebene zu verzichten. Sein Entscheid ist wegweisend für die Schweizer Raumplanung und Energiepolitik.

(c) Kanton Glarus Samuel Trümpy

Konkret anerkennt der Regierungsrat drei Tatsachen, welche gegen die Nutzung der Windenergie mit gigantischen, 200m grossen Anlagen sprechen (Zitat aus dem Erläuterungsbericht):

1. Im Einzugsbereich von Siedlungsgebieten sollen keine Windenergieanlagen erstellt werden.
2. Eine Windanlage verunmöglicht auf lange Sicht die Siedlungsentwicklung.
3. Zudem widersprechen Anlagen im Bereich von Siedlungsgebieten den Zielen des Entwicklungsplans 2020 – 2030. Gemäss diesem will der Kanton Glarus Menschen aus anderen Regionen gewinnen und er sorgt für eine intakte Landschaft und nachhaltig genutzte Erholungs- und Freizeitgebiete.

Das heisst nichts anderes, als dass Windenergieanlagen auf Neuzuzüger abschreckend wirken und das Image des Kantons beschädigen, sollen die Industrieanlagen doch am Eingangstor zum Kanton Glarus zu stehen kommen.

Die Glarner Kantonsregierung hat damit als erste kantonale Exekutive festgehalten, dass die Nutzung der Windenergie durch 200m grosse Windkraftanlagen in der dicht besiedelten Schweiz zu massiven Umwelt- und Image-Schäden führen können. Daher enthält der Richtplan neu klare Ausschlussgründe: „Neuerschliessungen von Standorten für Windenergieanlagen mit einem ungünstigen Verhältnis zwischen erwarteter Energieproduktion und negativen Auswirkungen des zu tätigenden Eingriffs auf die Landschaft und die Ökosysteme sind zu vermeiden.“

Ausserdem hält die Regierung fest, dass die Wirtschaftlichkeit gestützt auf empirischen Ergebnissen der Windmessungen nachgewiesen werden muss. Auch muss belegt werden, dass für Vögel keine übermässige Kollisionsgefahr bestehen und die Grenzwerte für Lärm und Schattenwurf eingehalten werden können.

Freie Landschaft Schweiz fordert die kantonalen Exekutiven auf, dem Beispiel der Glarner Kantonsregierung zu folgen und klare Kriterien festzulegen, um präventiv Umwelt- und Imageschäden durch gigantische Windenergieanlagen in der Schweiz zu bekämpfen.

Mehr dazu in der Südostschweiz: Link

Vollerfolg für die Petition “Sauvez Chasseron – Creux-du-Van”. Die Aufnahme der Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) wird beantragt.

Mit mehr als 13.600 Unterschriften übertrifft die Petition zur Rettung der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van alle Erwartungen. Die Petition stellt die Glaubwürdigkeit der geplanten Windparkprojekte in Frage und löst eine Reihe von politischen Initiativen aus, darunter die Forderung, die Region Chasseron in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufzunehmen.

(c) Lukas Bieri Pixabay

Paysage Libre Vaud mit Pro Natura Vaud, Helvetia Nostra, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), BirdLife und Freie Landschaft Schweiz haben im Frühjahr dieses Jahres eine Petition lanciert, welche die Erhaltung und Aufwertung des der Region zwischen dem Chasseron und dem Creux-du-Van zum Ziel hat. Dieser einmalige Landschaftserbe ist durch den Bau von rund vierzig riesigen Windkraftanlagen bedroht.

In weniger als vier Monaten wurden mehr als 13’600 Unterschriften gesammelt. Die Unterschriften kommen aus den Kantonen Waadt und Neuenburg, aber auch aus dem gesamten Jurabereich und der Deutschschweiz. Die Petitionäre lehnen die Industrialisierung der außergewöhnlichen Landschaften vehement ab.

Angesichts der massiven Unterstützung der Petition fordern die Partnerorganisationen die vollständige Aufgabe der drei betroffenen Windprojekte und den Erhalt eines der letzten Naturräume im Jurabogen.

Ein klares Signal zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes

Die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Überarbeitung des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz (NHG) liegen nun. Das Fazit ist eindeutig: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (55 %) lehnen die Schwächung des Natur- und Heimatschutzes ab.

(c) Pixabay

Zur Erinnerung: Die Kommission des Ständerates für Umwelt, Raumplanung und Energie hat einen Entwurf zur Überarbeitung des NHG zur Vernehmlassung vorgelegt, der darauf abzielt, den Natur- und Landschaftsschutz erheblich zu schwächen. Die Ergebnisse sind klar: Mehr als die Hälfte der Stellungnahmen sind gegen die vorgeschlagenen Änderungen.

Überraschend ist die Lage der Kantone: Nur die Hälfte von ihnen befürwortet die Revision, weil ihnen durch die Gesetzesänderung mehr Spielraum für den Bau von Infrastrukturen in Schutzgebieten eingeräumt werden soll. Dieses Ergebnis zeigt das Engagement der Kantone für den Schutz ihrer Landschaften, gerade im aktuellen Kontext der fortschreitenden Zersiedelung.

Freie Landschaft Schweiz hat sich aktiv an der Konsultation beteiligt und nimmt die Ergebnisse mit Genugtuung zur Kenntnis. Die Weitsicht der meisten Kantone ist lobenswert. Der Verband ist der Ansicht, dass die Änderung keine Chance haben wird und fordert die sofortige Einstellung des Projekts.

Resultate der Vernehmlassung: Link

 

Keine industriellen Windkraftanlagen im Appenzellerland

Der Regierungsrat des Kantons Appenzell-Ausserrhoden lehnt den Richtplan Windenergie des Kantons Appenzell-Innerrhoden mit dem geplanten Windpark Honegg ab. Freie Landschaft Schweiz ist erfreut, dass die Ausserrhoder Regierung das hohe Gewicht des Landschaftsschutzes anerkennt und den Nachbarkanton auffordert, auf grosse industrielle Windkraftanlagen zu verzichten.

Christof Sonderegger, (c) Appenzell.ch

Die Stellungnahme des Regierungsrates des Kantons Appenzell-Ausserrhoden AR hält fest, dass die Gebiete im Appenzellerland mit den  besten Windverhältnissen meist die grössten Konflikte mit dem Landschaftsschutz auslösen. Denn je exponierter die Lage, umso besser einsehbar sind die bis zu 200m hohen Windturbinen, welche an den windreichsten Standorten in der Ostschweiz nur rund 20% Effizienz aufweisen. Der Schaden an der Landschaft muss daher mit dem Nutzen der erneuerbaren Stromproduktion im Rahmen einer Interessenabwägung ins Verhältnis gesetzt werden.

Die Ausserrhoder Regierung kommt zum Schluss, dass die geplanten Windkraftanlagen in der Gemeinde Oberegg AI (Windpark Honegg – Oberfeld) unverhältnismässig stark mit dem Landschaftsschutz in Konflikt geraten würden. Damit hat der Kanton AR die transparente Interessenabwägung auf Richtplanstufe vorgenommen, wie es das Bundesgericht 2016 beim Windpark Schwyberg gefordert hat (1C_346/2014).

Gemäss eidgenössischem Raumplanungsgesetz müssen Windparks eine umfassende Interessenabwägung bestehen, um in einen Richtplan eingetragen zu werden. Erst dann können die Zonenänderung (Sonderzonen Wind) und die Baubewilligung beantragt werden. So herrscht Rechtssicherheit, da die Interessenabwägung nicht nach jahrelangem Rechtsstreit von einem Gericht vorgenommen wird, sondern von Anfang an transparent durch die zuständige Planungsbehörde.

Schliesslich stellt die Regierung des Kantons AR zu Recht fest, dass alternative Potentiale zur Nutzung erneuerbarer Energien vorhanden sind, welche wesentlich weniger Umweltschäden verursachen als die Windenergie. Insbesondere seien die Potential der Solarenergie und die Biomasse noch nicht ausgeschöpft.

Freie Landschaft Schweiz erwartet nun vom Kanton Appenzell-Innerrhoden die Ablehnung des Richtplans Windenergie und des Projektes Windpark Honegg. Der Nachbarkanton hat die Interessenabwägung bereits vorbildlich durchgeführt.

Medienmitteilung AR: Link

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