Aus für den Windpark Lumnezia in der Surselva

Nach dem Aus für den Windpark LinthWind in Glarus Anfang 2019, dem Aus für den Windpark Rheinau bei Sargans SG und dem Aus für den Windpark Oberegg AI ist nun auch der gigantische Windpark Lumnezia in der Surselva vom Tisch. Beinahe 60% der Stimmberechtigten in der Bündner Gemeinde Lugnez legten bei der Grundsatzfrage über einen möglichen Windpark in der bekannten Surselva ein Nein in die Urne. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 60%.

(c) Gemeinde Lumnezia

Der Verein IG Sezner-UmSu-Grenerberg, welcher Freie Landschaft Schweiz angeschlossen ist, hat vor der Abstimmung eindringlich vor den negativen Folgen des Windparks auf die Umwelt, den Tourismus und die Lebensqualität in der Region Surselva gewarnt. Die Stimmbevölkerung liess sich von den Argumenten der Projektanten (viel Geld für die Gemeinde und gerade einmal sechs (!) neue Arbeitsplätze) nicht überzeugen.

Damit ist der Windpark definitiv vom Tisch. Freie Landschaft Schweiz gratuliert unserem angeschlossenen Verein und freut sich über den Erhalt einer weiteren, national bekannten Landschaft.

In der Ostschweiz sind in den vergangenen Monaten  zahlreiche geplante Windparks gestoppt worden. Während der Kanton Zürich und das Österreichische Bundesland Vorarlberg kein einziges Windpark-Projekt kennen, gibt es in den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen und Glarus nur je einen einzigen  geplanten Windpark. Auf deutschen Seite des Bodensees gilt ein Mindestabstand (2000m in Bayern, 1000m auf Bundesebene diskutiert) und es sind kaum Anlagen geplant. Im Bündnerland steht aktuell nur noch eine Installation von mehreren Windturbinen bei der bereits bestehenden Anlage Haldenstein zur Diskussion. Im Appenzellerland wurde das umstrittene Projekt Oberegg AI von beiden Halbkantonen abgelehnt, weitere Projekte sind mittelfristig nicht in Sicht.

Einzig der Kanton Thurgau plant noch grossflächig Windkraftanlagen in der Ostschweiz, nämlich sieben Windparks mit total gut drei Duzend Windkraftanlagen. Sollte aber auch der Kanton Thurgau auf den Ausbau von riesigen, industriellen Windkraftanlagen verzichten, so wären der Jurabogen, das Luzernisch-Aargauische Mittelland, der Kanton Bern und die Romandie die einzig verbleibenden Regionen, welche an eine grossflächige Industrialisierung der Schweizer Landschaft denken.

Freie Landschaft Schweiz ist aktuell daran, die in der Schweiz geplanten Windparks zu visualisieren. Die bereits erstellten Videos finden Sie auf www.windparks.ch. Weitere Videos folgen.

Nein zum Windpark Montoz im Berner Jura: Ja zum Umweltschutz

Die Vernunft gewann in Court im Berner Jura. Die Einwohnerinnen und Einwohner lehnten den Bau des Windparks Montoz-Pré Richard gestern Montagabend mit 70% ab. Das Projekt ist beerdigt. Freie Landschaft Schweiz begrüßt dieses klare Signal zugunsten der Landschaft und für den Schutz unserer unversehrten Erholungsgebiete.

Gestern Montagabend besuchten 325 Einwohner die Gemeindeversammlung, um über das Windparkprojekt Montoz-Pré Richard abzustimmen. Die Abstimmung über die Nutzungsplanung war ein wesentlicher Schritt für den Projektierer Energie Service Biel, um das Windparkprojekt fortzusetzen. Nach vielen Stunden Debatte wurde ein klarer Entscheid gefällt: 70% der Teilnehmenden (222) sagten Nein zu einer Windkraftindustriezone auf der zweiten Jurakette.

Das Projekt sah die Installation von 7 Windturbinen vor, die eine Höhe von 200 Metern erreichen würden, viel höher als die bereits in Betrieb befindlichen Turbinen im Jurabogen. Mit den sechs geplanten zusätzlichen Anlagen auf dem benachbarten Grenchenberg wäre ein industrielles Energieproduktionsgebiet mit 13 Anlagen entstanden.

Die Abstimmung der Gemeindeversammlung zeigt deutlich die fehlende Akzeptanz der Bevölkerung, ihre Lebensumwelt für eine zufällig produzierende Energiequelle mit einem lächerlichen Ertrag zu opfern. Es sind umweltfreundlichere Alternativen wie Biomasse oder Solarenergie, welche die Bevölkerung befürwortet. Windkraftanlagen wären sehr kostspielig, würden die Zersiedelung weiter vorantreiben und bedeuten die Industrialisierung unserer Landschaften. Ausserdem ist der Rückbau von Windturbinen ungelöst.

Der Entscheid zeigt auch, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, ihre letzten Erholungsräume zu opfern. In einem immer stressigeren und anspruchsvolleren wirtschaftlichen Umfeld werden Orte der Entspannung immer wichtiger, an denen man sich auftanken und Aktivitäten in der freien Natur ausüben kann. Die jüngste Mobilisierung gegen den Klimaschutz zeigt auch, dass junge Menschen sich Sorgen um die noch vorhandenen Ressourcen machen und den Umweltschutz stark befürworten.

Energiegesetz: Schwarzer Tag für die Schweizer Landschaft

Freie Landschaft Schweiz nimmt Kenntnis von der Zustimmung zum neuen Energiegesetz. Die Schweizerinnen und Schweizer haben gegenüber den Versprechen Vertrauen gezeigt, dass das Gesetz kein massiver Zubau von Windparks in der Schweiz bedeuten muss. Mit den neuen Gesetzesartikeln und den gesprochenen finanziellen Mitteln scheint es aber, dass der 21. Mai 2017 in die Geschichte als schwarzer Tag für die Schweizer Landschaften eingehen wird.

Mit den Artikeln 12 und 13 des neuen Gesetzes geniesst der Zubau von industriellen Windkraftanlagen nationales Interesse. Das ist eine ernsthafte Gefahr für die Schweizer Naturräume, insbesondere für die Regionalen Naturpärke und die national bedeutenden Landschaften (BLN-Gebiete). Auch wenn die Interpretationen der Gerichte in den Einzelfällen noch nicht bekannt sind, kann von einer weit geöffneten Türe für den Zubau der Natur und Landschaft ausgegangen werden. Mit den Artikeln 12 und 13 hat das Parlament den massiven und schnellen Zubau der Windenergie explizit gewollt.

Während der Kampagne haben die Umweltverbände ohne Unterlass das Versprechen wiederholt, dass mit dem Gesetz wenig neue Windkraftanlagen in der Schweiz gebaut würden. Der Verband Freie Landschaft Schweiz erwartet deshalb, dass dieses Versprechen zugunsten der Landschaft ohne Wenn und Aber eingehalten wird. Die Umweltverbände haben weiterhin konsequent vom Einspracherecht Gebrauch zu machen und sich mit allen Kräften für den Erhalt der Schweizer Natur und Heimat einzusetzen. Freie Landschaft Schweiz bietet den Umweltverbänden weiterhin die volle Unterstützung an.

Neben der Landschaft sind auch die Biodiversität und die Gesundheit der Anwohner durch den heutigen Volksentscheid betroffen. Die Avifauna, bereits überall stark zurückgedrängt, würden ebenfalls durch die kumulativen Auswirkungen der hunderten Industrie-Anlagen, besonders im Jura, stark gefährdet. Die Anwohner von geplanten Windkraftwerken müssen sich für Lärmimmissionen und von tieffrequentem Schall – unhörbar – fürchten; die gesundheitlichen Auswirkungen wird man mit dem weiteren Zubau von Windrädern in der Schweiz verstärkt untersuchen müssen.

Freie Landschaft Schweiz verfolgt seinen Kampf für eine Energiewende weiter, welche nicht zulasten der Natur gehen darf. Der Verband intensiviert seine Informationsarbeit mit dem Ziel, die Entscheidungsträger und die Bevölkerung dahingehend aufzuklären, dass Windkraft keine sinnvolle Option ist in einem Land. In der Schweiz hat es sehr tiefe Windgeschwindigkeiten, und bereits heute gibt es einen starken Druck auf die Umwelt durch die Zersiedelung und den gesellschaftlichen Wandel.

Energiegesetz : Das Volk wird am 21. Mai abstimmen

Freie Landschaft Schweiz hat die Unterschriften für das überparteilich  ergriffene Referendum gegen das Energiegesetz in Bern übergeben. 68’000 Unterschriften – allesamt validiert – wurden gegen die massive Zerstörung der Landschaft und gegen die Aufwertung von erneuerbaren Energien zum nationalen Interesse gesammelt. Neben den desaströsen Auswirkungen auf die Umwelt bedroht das neue Energiegesetz auch geschützte Flora und Fauna an und unterstützt die zunehmende Klimaerwärmung. Die beginnende Kampagne hat aufzuzeigen, dass man erneuerbare Energien unterstützen kann, ohne dabei das zerstörerische Energiegesetz mittragen zu müssen. Die Abstimmung findet am 21. Mai 2017 statt.

Röstigraben bei der Windenergie?

Öffnet sich beim Thema industrielle Windkraftanlagen ein Röstigraben? Während die Basler Gemeinde Füllinsdorf ein Windparkprojekt mit 64 Prozent Nein-Stimmen verworfen hat, sagten die Westschweizer ja zu zwei Projekten in Charrat (VS) und in Vallorbe (VD). Derweil ist die Windkraft auf dem Vormarsch: Eben wurden die Pläne für zwei Windparkprojekte in Montagne de Buttes (NE, 19 Anlagen) und Ste-Croix (VD, 6 Anlagen) öffentlich aufgelegt.