Windparks auf dem Nufenen und Gotthard: Keine Versorgungs­sicherheit im Winter

Nur gerade einmal 7.1% Effizienz im vergangenen Jahr 2021 weist  der Windpark Gries beim Nufenenpass aus. Er produzierte umgerechnet an 622 von möglichen 8760 Stunden im Jahr Strom. Der neu eingeweihte Windpark Gotthard, der von der Windlobby als riesigen Fortschritt gefeiert wurde, war mit 10.5% Effizienz nicht viel besser. Zusammen produzierten die beiden Windparks 16.5 GWh, das sind lächerliche 0.03% des Schweizer Stromverbrauchs!

Parc éolien du Nufenen (c) Paysage libre Suisse
Windpark am Nufenen (c) Freie Landschaft Schweiz

Seit über einem Jahr drehen nun auf dem geschichtsträchtigen und international bedeutenden Gotthardpass fünf Grosswindkraftanlagen. Genau so gross wie die Turbinen waren die Erwartungen. Die Windlobby pries den Standort Gotthard als ideal erschlossen. Der Pass ist jetzt mehr industrialisiert als je zuvor. Nun liegen die ersten Zahlen vor (Link). Im vergangenen, ersten Betriebsjahr hat der Windpark Gotthard gerade einmal 10.8 GWh Strom produziert, das entspricht einer Effizienz von 10.5%. Ein Fünftel Promille des Schweizer Strombedarfs wurde damit gedeckt!

Deutlich schlechtere Zahlen präsentieren sich dann beim Windpark Gries: Die vier Turbinen am Nufenenpass lieferten gerade einmal ein Zehntel Promille des Schweizer Strombedarfs. Doris Leuthard feierte 2016 die Einweihung des Windparks mit einer grossen Entourage. Heute dürfte den Betreibern das Lachen vergangen sein.

Die beiden Windparks in den Alpen tragen keinen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei. Wenn sie Strom produzieren, dann sehr selten und höchst unregelmässig. Die Spitzenleistung erreichen sie vermutlich nur an wenigen Tagen im Jahr. In der anderen Zeit müssen andere Kraftwerke ersatzweise unseren Strom liefern. Die beiden Windparks sind also praktisch überflüssig.

Den Konsumenten kommen die beiden Windparks teuer zu stehen. Total rund 70 Millionen Franken kostendeckende Einspeisevergütung bekommen die Betreiber der neun Windturbinen über 20 Jahre. Diese Abnahmegarantie über rund 23 Rappen besteht aus dem Marktpreis, der Rest kommt aus dem KEV-Topf, den die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten mit einem Beitrag von 2.3 Rappen pro verbrauchter kWh füllen. 2020 waren die Strommarktpreise dermassen tief, dass der Anteil der Subventionen an der Abnahmevergütung 95% betrug.

Die drei grossen Windparks im Jura (Peuchapatte, Mont Crosin – Mont Soleil, St-Brais) hatten immerhin eine Effizienz von 22.8%. Aber auch sie lieferten nur unregelmässig Strom und kosteten die Stromkonsumentinnen und -konsumenten allein im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Franken. Dabei kam im November 2021 einer von sechs Steinadlern im Jura ums Leben, wie Birdlife berichtete. Damit bedrohen die Windturbinen die im Jura vom Aussterben bedrohte Art.

Die einzigen Windkraftanlagen, die in der Schweiz wirklich vernünftige Produktionszahlen geliefert haben, sind die drei Turbinen am Rhoneknie bei Martigny. Sie lieferten fast so viel wie die neun Turbinen auf dem Gotthard und dem Nufenenpass! Die Effizienz lag bei 25.7%.

Die Realität der Zahlen zeigt einmal mehr, dass die Schweiz nicht über ausreichende Windressourcen verfügt, die einen ernsthaften Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können. Wenn man den geringen Nutzen der Windenergie mit den Schäden für die Umwelt und die Anwohner abwägt, verliert der Windstrom in unserem Land jeden Anreiz.

Zu den Zahlen: hier