Die wahren Kosten der Windenergie: Die UNO dämpft die Euphorie

Seit Jahren werden erneuerbare Energien – allen voran Windenergie – als die grossen Gewinner der Energiewende dargestellt, getragen von zwei zentralen Argumenten: Sie seien zugleich umweltfreundlich und kostengünstig. Doch ein im September 2025 veröffentlichter Bericht der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) bremst diese Begeisterung deutlich.

Im Zentrum der Debatte steht der sogenannte LCOE (Levelized Cost of Electricity), das entspricht den durchschnittlichen Stromkosten. Dabei handelt es sich um den am häufigsten verwendeten Indikator zum Vergleich der Produktionskosten verschiedener Energiequellen. Man kann ihn mit den Mietkosten einer Wohnung vergleichen: Die Miete allein spiegelt die tatsächlichen Wohnkosten nicht wider, da zusätzlich Nebenkosten, Heizung, Unterhalt und manchmal auch ein Parkplatz bezahlt werden müssen. Ebenso berechnet der LCOE die durchschnittlichen Kosten einer Anlage über ihre gesamte Lebensdauer, berücksichtigt jedoch nur die Anlage selbst. Er lässt die notwendigen Reservekraftwerke, die einspringen, wenn der Wind nicht vorhanden ist, ausser Acht. Ebenso sind der Ausbau der Netze, um den Strom dorthin zu transportieren, wo er benötigt wird, sowie die unverzichtbaren Dienstleistungen für das reibungslose Funktionieren des Stromsystems, nicht im LCOE enthalten.

Am Ende ist der als «günstig» dargestellte Preis von Wind- oder Solarenergie laut UNECE stark unterschätzt. In manchen Fällen können die tatsächlichen Systemkosten zwei- bis dreimal so hoch sein, wie es der LCOE vermuten lässt. Das Problem liegt also weniger in der eigentlichen Stromproduktion, sondern vielmehr in allem, was notwendig ist, damit für die Konsumenten diese Energie tatsächlich nutzen können.

Der Bericht vom 25. September 2025 kritisiert daher einen zu engen Blick auf die Produktionskosten. Er fordert einen neuen Analyseansatz auf Basis der vollständigen Systemkosten des Stromsystems. Diese Gesamtkosten werden mit dem FSCOE dargestellt (Full System Cost of Electricity).

Ohne die Windkraft grundsätzlich infrage zu stellen, betont das Dokument der UNECE vor allem die Notwendigkeit grösserer Transparenz bei der Darstellung ihrer tatsächlichen Kosten. Eine Forderung, die Bürgerinnen und Bürgern, die in der Schweiz zunehmend mit gross angelegten, stark subventionierten Windkraftprojekten konfrontiert sind, immer stärker teilen.

Freie Landschaft Schweiz, MdG


Quellen

Commission économique des Nations Unies pour l’Europe (UNECE), Understanding the Full System Cost of the Electricity System, septembre 2025. https://unece.org/sed/documents/2025/09/geces-212025inf2-understanding-full-system-cost-electricity-system

Site de la CEE-ONU – Division de l’énergie durable :
https://unece.org/sustainable-energy